Bücher fressen Wälder

Papier und Wald, dieser Zusammenhang ist wenigen bewußt. Wer denkt schon an den Kahlschlag der Urwälder, wenn man Windeln, Möbel oder Grillkohle kauft und die Werbeblätter aus dem Briefkasten sogleich im Müll landen? Oder Bücher gedruckt werden, die nie gelesen werden? So ist Deutschland nach den USA und Japan der drittgrößte Holzverbraucher der Welt. In der EU ist Holz das wichtigste Importgut nach Rohöl. Jeder Bundesbürger verbraucht jährlich 215 Kilogramm. Der Rest der Welt benötigt im Schnitt nur 30 bis 40 Kilogramm Papier pro Jahr und Person. Der „zivilisierte“ Holzhunger schickte Axt und Motorsäge in die Urwälder der Erde und ließ sie dort ganze Arbeit leisten. Von diesen Wäldern, die schon vor achttausend Jahren existierten, sind heute nur noch 20 Prozent geblieben – vor allem in Rußland, in Kanada und in Südamerika. In Europa ist der Urwald vollständig verschwunden, abgesehen von einigen Flecken in Schweden und im europäischen Teil Rußlands. Alle zwei Sekunden wird ein Urwaldgebiet von der Größe eines Fußballfeldes vernichtet. Jahr für Jahr verschwinden zwölf bis 15 Millionen Hektar Wald – eine Fläche dreimal so groß wie die Schweiz. Waldzerstörung ist die größte durch den Menschen verursachte Veränderung auf unseren Kontinenten. Dabei gäbe es schon lange andere Pflanzen, die das Holz, zum Beispiel bei der Buchherstellung, ersetzen könnten. Hanf ist so ein Ersatzmittel. Es wächst nicht nur problemlos und schnell, sondern ist auch viel haltbarer als Papier aus Holz. Angst vor berauschender Wirkung ist nicht nötig, denn der Faserhanf (Cannabis Sativa) ist THC-frei. Für Rauschzustände müßten daher die Autoren sorgen.

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