Superwahljahr

 

Biostrom hat Zukunft

Lichtblicke am Horizont tun gut, jedenfalls unserer Landwirtschaft. Denn mit der vom Bundesrat abgesegneten Novellierung des „Erneuerbare-Energien-Gesetzes“ gewinnt die Stromerzeugung aus Biomasse wie etwa Rinderdung oder Pflanzenrückständen an Stellenwert. Die Biomasse bietet der Landwirtschaft auch in der energetischen Nutzung erhebliches Potential. Daß man es mit der Umsetzung der EU-gültigen Biokraftstoffrichtlinie ernst meint, ist an der Begünstigung biogener Kraftstoffe bei der Mineralölbesteuerung erkennbar. Bei Rohölpreisen von über 47 US-Dollar je Barrel braucht die Biomasse den Wettbewerb nicht zu scheuen. Biodiesel, -äthanol und -gas werden selbst bei konservativen Autofahrern salonfähig. Zudem wird die Landwirtschaft an Image gewinnen. Denn nach Prognosen optimistischer Visionäre spielt man der Biomasse eine Schlüsselrolle als künftigem Energielieferanten zu. Realistische Denkmodelle sehen schon jetzt acht Millionen Haushalte mit Biostrom versorgt. Neben dem positiven Umwelteinfluß wird die Wirtschaft profitieren. Bis zum Jahr 2030 werden die Investitionen zweistellige Milliardenbeträge erreichen und über 200.000 Arbeitsplätze schaffen. Bis zu diesem Zeitpunkt könnten in Deutschland zehn Prozent des Wärme- und 15 Prozent des Treibstoffbedarfs über Biomasse gedeckt werden. Gleichzeitig wird sich der Energieverbrauch – bei weiter verringerten Öl-, Kohle-, Gas- und Uranvorkommen – um 60 Prozent erhöht haben. Eine unermeßliche Chance für den sauberen Strom aus der Steckdose und den synthetischen Biosprit aus dem Tank. Und eine unermeßliche Chance für die Landwirte, die die Gunst der Stunde nutzen sollten!

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