Rot-grüne Windräder

Wenn man der ersten rot-grünen Bundesregierung über-haupt etwas Positives zurechnen kann, dann ist es die Verabschiedung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Es ist maßgeblich vom SPD-Bundestagsabgeordneten und Weltsolarpreisträger Hermann Scheer initiiert worden und hat weitreichende Konsequenzen. Läßt sich etwa ein Häuslebauer auf sein Dach eine Photovoltaik-Anlage installieren, mit der er mehr Strom erzeugt als er verbraucht, bekommt er von Vater Staat eine Vergütung für den in das öffentliche Netz zurückgespeisten Überschuß. Aber auf den Zug sind auch Firmen aufgesprungen, die großflächige Windkraftanlagen (WKA) betreiben – sehr zum Ärger von nicht wenigen Bürgern. Nicht anders ist es zu erklären, daß sich inzwischen über 600 Bürgerinitiativen gegen Windräder gebildet haben. Ihre Argumente sind wenig überzeugend: WKAs produzieren zu wenig Strom, sagen die Gegner, aber schon heute ersetzen sie mit über 14 Terawattstunden Jahresleistung vier Atomkraftwerke. Sie seien zu laut, heißt ein anderes Argument, was vor 15 Jahren richtig gewesen sein mag. Heute sind moderne Räder oft leiser als das Rauschen des Windes und dürfen nur in einem Abstand von 500 Metern zum nächsten Haus stehen. Auch daß die Windräder massenhaft Vögel töten, ist falsch. Höchstes 20 bis 30 Vögel sterben jährlich durch WKAs, eine im Vergleich zum Automobil, dem jährlich hunderttausende Vögel zum Opfer fallen, zu vernachlässigende Zahl. Und: Es gibt bis jetzt rund 14.000 Windräder in Deutschland, aber gut 250.000 Hochspannungsmasten – die Windräder sollen die Landschaft „verschandeln“, die Strommasten aber nicht? Oder wo sind die 600 Bürgerinitiativen gegen Hochspannungsmasten?

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