Anzeige
Anzeige

Baden-Württemberg: Mulfingen: Verein sagt Monatsmarkt ab, um AfD-Infostand zu verhindern

Baden-Württemberg: Mulfingen: Verein sagt Monatsmarkt ab, um AfD-Infostand zu verhindern

Baden-Württemberg: Mulfingen: Verein sagt Monatsmarkt ab, um AfD-Infostand zu verhindern

Das beschauliche Mulfingen und die Absage des Monatsmarktes.
Das beschauliche Mulfingen und die Absage des Monatsmarktes.
Das beschauliche Mulfingen und die Absage des Monatsmarktes. Fotos: picture alliance / Zoonar | Marc Schmerbeck & JF
Baden-Württemberg
 

Mulfingen: Verein sagt Monatsmarkt ab, um AfD-Infostand zu verhindern

Neuer Höhepunkt im Kampf gegen Rechts: Weil ein Ortsvorsteher es der AfD nicht verbieten kann, auf dem Monatsmarkt einen Stand aufzubauen, sagt er einfach die gesamte Veranstaltung ab.
Anzeige

MULFINGEN. Ein für den Freitag fest geplanter Monatsmarkt im baden-württembergischen Mulfingen (Hohenlohekreis) fällt komplett aus. Die AfD hatte sich dort zwei Tage vor der Landtagswahl mit einem Infostand angemeldet.

Mulfingen und die Wahl in Baden-Württemberg.

Der Ortsvorsteher Johann Dirnberger und der Vorsitzende des Vereins „ProMu“, Markus Reinauer, behaupteten nun in ihrer Begründung, die Partei habe den Markt „für eine Wahlkampfveranstaltung“ nutzen wollen. Weil „wir auf öffentlicher und gemeindlicher Fläche kein Teilnahmeverbot für die AfD erwirken können“, habe man den Markt „abgesagt“. Der Markt wird nach Angaben der Stadt nicht von ihr selbst ausgerichtet, sondern einem privaten Verein.

„Wir als Gemeinde Mulfingen stellen den öffentlichen Raum für jede Partei im Sinne des Grundgesetzes zur Verfügung und sehen die Aufgabe dieser, die Förderung der politischen Willensbildung, als essentiell für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung“, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Dieser stehe „ausschließlich für Mulfingen mehr Miteinander‘“ und sei „keine Plattform für die Ziele der AfD“. Durch die Absage können sich nun auch die Grünen nicht vor Ort präsentieren. Diese hatten ebenfalls einen Infostand angemeldet, an dem niemand etwas auszusetzen hatte. Mulfingen liegt westlich von Rothenburg ob der Tauber und gehört zum fränkisch geprägten Nordosten des Bundeslandes.

„Spaltung der Gesellschaft“

Der AfD-Direktkandidat im Wahlkreis Hohenlohe für die Landtagswahl am Sonntag, Anton Baron, sagte, er wollte „am Infostand mit Passanten ins Gespräch kommen“. Die Absage treffe nicht nur die Partei, „sondern auch die Marktbeschicker und die Bürger von Mulfingen und Umgebung“.

Baron erklärte außerdem: „Eine Demokratie lebt vom offenen Wettbewerb der Meinungen – gerade im öffentlichen Raum.“ Die AfD baue seit Jahren in der Region ohne Zwischenfälle Informationsstände auf. Und diese gehörten zur Demokratie „selbstverständlich dazu“.Der AfD-Kandidat zeigte sich fassungslos, daß deswegen der gesamte Markt abgesagt werde: „Wer so agiert, trägt massiv zur Spaltung der Gesellschaft bei und handelt zutiefst undemokratisch.“

AfD baut Stand in Mulfingen trotzdem auf

Der Markt fällt zwar aus, die AfD aber wird trotzdem mit ihrem Infostand präsent sein. Baron: „Wir lassen uns von diesen organisatorischen Tricks und der ständigen Hetze gegen uns nicht aufhalten.“

Fußball und Schiedsrichter: JF+ abonnieren
Der Monatsmarkt soll nun wieder am 10. April stattfinden – knapp fünf Wochen nach der Landtagswahl. Er soll dann „Ostermarkt“ heißen, obwohl das Fest dann bereits fünf Tage zurückliegt. (fh)

Redaktioneller Hinweis: Wir haben in der Überschrift präzisiert, daß der Markt nicht von der Gemeinde ausgereichtet wird, sondern einem privaten Verein.

Das beschauliche Mulfingen und die Absage des Monatsmarktes. Fotos: picture alliance / Zoonar | Marc Schmerbeck & JF
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles