BERLIN. In einem Schreiben an ihrer Versicherten hat die Hanseatische Krankenkasse HEK die Bundesregierung für die Erhöhung des Zusatzbeitrages verantwortlich gemacht. In dem Schreiben, das der JUNGEN FREIHEIT vorliegt, kritisiert die Versicherung „ausbleibende politische Reformen“ und die „schlechte konjunkturelle Lage“.
Insgesamt sehen sich 42 von 93 gesetzlichen Krankenkassen gezwungen, den Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel anzuheben. Durchschnittlich steigt dieser um 0,23 Prozentpunkte auf 3,36 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, wie aus den Daten des Spitzenverbandes der Krankenkassen (GKV) hervorgeht. In einem Brandbrief an führende Gesundheitspolitiker hatten die Krankenkassen bereits Anfang Dezember vor einem Beitragsschock gewarnt (die JF berichtete).
In dem Schreiben der HEK, der zwischen den Jahren bei den Mitgliedern einging, heißt es wörtlich: „Die angesichts ausbleibender politischer Reformen unvermindert steigenden Ausgaben und die aufgrund anhaltend schlechter konjunktureller Lage deutlich geringer wachsenden Einnahmen erzeugen automatische Druck auf die Beitragssätze.“
Krankenkassen erheben Zusatzbeitrag von bis zu 4,4 Prozent
Der Zusatzbeitrag, den die Kassen autonom erheben können, liegt im neuen Jahr nun bei 2,18 bis 4,39 Prozent. 48 gesetzliche Versicherungen nahmen laut des GKV bisher keine Anhebung vor, zwei Kassen senkten ihre Zusatzbeiträge. Zu einer Kasse liegen keine Daten vor.

Damit steigen für die meisten Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Sozialbeiträge weiter an. Das Versprechen der Bundesregierung, die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung kurzfristig stabil zu halten, ist gescheitert. Daran ändert auch das Sparpaket nichts, das der Bundesrat nach einem Streit doch noch vor Weihnachten verabschiedete. Dieses soll vor allem die explodierenden Kosten in den Krankenhäusern bremsen. (fh)





