Anzeige
Anzeige

Außenpolitik: Polen wütend über deutsches „Nein“ zu Reparationen

Außenpolitik: Polen wütend über deutsches „Nein“ zu Reparationen

Außenpolitik: Polen wütend über deutsches „Nein“ zu Reparationen

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, und Zbigniew Rau, Außenminister von Polen, nehmen an einer gemeinsamen Pressekonferenz im Anschluss an bilaterale Gespräche im polnischen Außenministerium teil. Der Streit um Reparationen belastet derweil das Verhältnis der beiden Nachbarländer.
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, und Zbigniew Rau, Außenminister von Polen, nehmen an einer gemeinsamen Pressekonferenz im Anschluss an bilaterale Gespräche im polnischen Außenministerium teil. Der Streit um Reparationen belastet derweil das Verhältnis der beiden Nachbarländer.
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne, links) bei einem Gespräch mit ihrem Warschauer Amtskollegen Zbigniew Rau (PiS, rechts). Das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen ist aktuell eher kühl Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Außenpolitik
 

Polen wütend über deutsches „Nein“ zu Reparationen

Zoff zwischen Berlin und Warschau: Die Bundesregierung sagt offiziell „Nein“ zu den Reparationsforderungen für den Zweiten Weltkrieg. Polen ist empört und kündigt an, die Vereinten Nationen einzuschalten. Warschau will 1,3 Billionen Euro.
Anzeige


WARSCHAU. Die polnische Regierung hat Deutschland für die Ablehnung der Reparationsforderungen aus Warschau scharf kritisiert. „Nach Angaben der deutschen Regierung bleibt die Frage nach Reparationen und Entschädigung für Kriegsverluste abgeschlossen und sie beabsichtigt nicht, in Verhandlungen einzutreten“, erklärte das polnische Außenministerium am Dienstag nach dem Erhalt einer offiziellen Antwort der Bundesregierung.

Polens stellvertretender Außenminister, Arkadiusz Mularczyk (PiS), erhob schwere Vorwürfe gegen Berlin. „Deutschland verfolgt keine freundliche Politik gegenüber Polen, sie wollen hier ihren Einflußbereich ausbauen“. Die Bundesregierung behandle das Land wie einen „Vasallenstaat“. Am Dienstag gab die Regierung in Warschau zudem bekannt, sich an die Vereinten Nationen gewandt und um Unterstützung gebeten zu haben.

Polen hat 1953 auf Reparationen verzichtet

Deutschland hat seine Haltung erneut bekräftigt, wonach keine rechtliche Grundlage für die Reparationsforderungen bestehe. Anfang September hatte die polnische Regierung umgerechnet 1,3 Billionen Euro von Deutschland als Ausgleich für Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs gefordert. Bereits Anfang Oktober vergangenen Jahres hatte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem polnischen Außenminister Zbigniew Rau (PiS) betont, das Thema sei aus deutscher Sicht „abgeschlossen“.

Die Bundesregierung begründet ihre Ablehnung der Forderungen damit, daß die kommunistische polnische Regierung 1953 ihren Verzicht auf Reparationen bekundet hat. Die aktuelle polnische Regierung argumentiert hingegen, das Land sei damals von der Sowjetunion fremdbestimmt und unter Druck gesetzt worden. (st)

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne, links) bei einem Gespräch mit ihrem Warschauer Amtskollegen Zbigniew Rau (PiS, rechts). Das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen ist aktuell eher kühl Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag