Anzeige
Anzeige

Militärexport: Ukraine: Bundesregierung veröffentlicht Liste mit gelieferten Waffen

Militärexport: Ukraine: Bundesregierung veröffentlicht Liste mit gelieferten Waffen

Militärexport: Ukraine: Bundesregierung veröffentlicht Liste mit gelieferten Waffen

Bundeswehrsoldat mit der Panzerfaust 3: Liste mit allen Waffenlieferungen veröffentlicht Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Bundeswehrsoldat mit der Panzerfaust 3: Liste mit allen Waffenlieferungen veröffentlicht Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Bundeswehrsoldat mit der Panzerfaust 3: Liste mit allen Waffenlieferungen veröffentlicht Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Militärexport
 

Ukraine: Bundesregierung veröffentlicht Liste mit gelieferten Waffen

BERLIN. Die Bundesregierung hat erstmals eine Liste mit allen durchgeführten und geplanten Waffenlieferungen an die Ukraine veröffentlicht. Man habe sich entscheiden sich an die „Praxis unserer engsten Verbündeten, etwa den USA, anzupassen, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Donnerstag.

Die Übersicht umfasse „sowohl Material und Waffen, die aus Beständen der Bundeswehr stammen“ wie auch „Lieferungen der deutschen Rüstungsindustrie, die aus Mitteln der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung finanziert worden sind“. Die Koalition hatte dafür rund zwei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

In der Vergangenheit hatte die Bundesregierung konkrete Waffenexporte immer nur vereinzelt veröffentlicht, eine Gesamtzahl aller exportierten Militärgegenstände jedoch als „Geheim“ eingestuft. Dafür war sie von Union aber auch Teilen von FDP und Grünen kritisiert worden.

Nicht alle Güter sind sofort Exportbereit

Der Bundestag hatte zuletzt mit den Stimmen der Ampel-Koalition und der Union einen Beschluß gefaßt, daß Deutschland der Ukraine auch schwere Waffen zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg liefern soll. Auch der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hatte immer wieder mehr Waffen für sein Land gefordert und war dabei auch vor Attacken gegen Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (beide SPD) nicht zurückgeschreckt.

Gepard-Flugabwehrpanzer steht auf der Liste, ist bei der Bundeswehr allerdings schon ausgemustert Foto: picture-alliance / Peter Steffen | Peter Steffen
Gepard-Flugabwehrpanzer steht auf der Liste, ist bei der Bundeswehr allerdings schon ausgemustert Foto: picture-alliance / Peter Steffen | Peter Steffen

Konkret wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums bisher folgende Militärgüter geliefert:

  • 3.000 Patronen „Panzerfaust 3“ zuzüglich 900 Griffstücke
  • 14.900 Panzerabwehrminen
  • 500 Fliegerabwehrraketen STINGER
  • 2.700 Fliegerfäuste STRELA
  • 16 Millionen Schuß Handwaffenmunition
  • 50 Bunkerfäuste
  • 100 Maschinengewehre MG 3 mit 500 Ersatzrohren und Verschlüssen
  • 100.000 Handgranaten
  • 5.300 Sprengladungen
  • 100.000 Meter Sprengschnur und 100.000 Sprengkapseln
  • 350.000 Zünder
  • 23.000 Gefechtshelme
  • 15 Paletten Bekleidung
  • 178 Kraftfahrzeuge (Lkw, Kleinbusse, Geländewagen)
  • 100 Zelte
  • 12 Stromerzeuger
  • 6 Paletten Material für Kampfmittelbeseitigung
  • 125 Doppelfernrohre
  • 1.200 Krankenhausbetten
  • 18 Paletten Sanitätsmaterial, 60 OP-Leuchten
  • Schutzbekleidung, OP-Masken
  • 10.000 Schlafsäcke
  • 600 Schießbrillen
  • 1 Radiofrequenzsystem
  • 3.000 Feldfernsprecher mit 5.000 Rollen Feldkabel und Trageausstattung
  • 1 Feldlazarett (gemeinsames Projekt mit Estland)
  • 353 Nachtsichtbrillen
  • 4 elektronische Drohnenabwehrgeräte
  • 165 Ferngläser
  • Sanitätsmaterial (unter anderem Rucksäcke, Verbandspäckchen)
  • 38 Laserentfernungsmesser
  • Kraftstoff Diesel und Benzin (laufende Lieferung)
  • 10 Tonnen AdBlue
  • 500 Stück Wundauflagen zur Blutstillung
  • 500 Stück Verpflegungsrationen
  • Lebensmittel: 2.025 Paletten (68 Lkw-Ladungen) mit 360.000 Rationen Einpersonenpackungen
  • MiG-29 Ersatzteile
  • 30 sondergeschützte Fahrzeuge
Panzerhaubitze 2000: Manche Waffensysteme müssen noch gebaut werden Foto: picture alliance/dpa | Philipp Schulze
Panzerhaubitze 2000: Manche Waffensysteme müssen noch gebaut werden Foto: picture alliance/dpa | Philipp Schulze

In Planung ist laut dem Ministerium der Export dieser Militärgüter:

  • 10.000 Schuß Artilleriemunition
  • 53.000 Schuß Flakpanzermunition
  • 5,8 Millionen Schuß Handwaffenmunition
  • 7 Panzerhaubitzen 2000 inklusive Anpassung, Ausbildung und Ersatzteile (gemeinsames Projekt mit den Niederlanden)
  • 5.000 Gefechtshelme
  • 8 mobile Bodenradare und Wärmebildgeräte
  • 8 Aufklärungsdrohnen
  • 10 geschützte Kfz
  • 7 Störsender
  • 8 elektronische Drohnenabwehrgeräte*
  • 4 mobile, ferngesteuerte und geschützte Minenräumgeräte
  • 65 Kühlschränke für Sanitätsmaterial
  • 1 Fahrzeugdekontaminationspunkt
  • 100 Auto-Injektoren
  • 14 Drohnenabwehrsensoren und -jammer
  • 10 Antidrohnenkanonen
  • 32 Aufklärungsdrohnen
  • 54 M113 gepanzerte Truppentransporter mit Bewaffnung (Systeme aus Dänemark, Umrüstung durch Deutschland finanziert)
  • 30 Flakpanzer GEPARD inklusive circa 6.000 Schuß Flakpanzermunition
  • Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM
  • Artillerieortungsradar COBRA
  • 80 Toyota Pick-up
  • 3 Mehrfachraketenwerfer MARS mit Munition
  • 100.000 Erste-Hilfe Kits
  • 22 Lkw

Sie verwies jedoch, daß ein Teil der geplanten Waffen erst noch produziert, modifiziert oder instandgesetzt werden müsse. (ho)

Bundeswehrsoldat mit der Panzerfaust 3: Liste mit allen Waffenlieferungen veröffentlicht Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Anzeige
Anzeige
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag