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Kosten explodieren: Kanzleramt wird noch teurer als gedacht

Kosten explodieren: Kanzleramt wird noch teurer als gedacht

Kosten explodieren: Kanzleramt wird noch teurer als gedacht

Das Bundeskanzleramt (Archivbild) soll ab 2023 umgebaut und erweitert werden. Foto: picture-alliance/ dpa | Soeren Stache
Das Bundeskanzleramt (Archivbild) soll ab 2023 umgebaut und erweitert werden. Foto: picture-alliance/ dpa | Soeren Stache
Das Bundeskanzleramt (Archivbild) soll ab 2023 umgebaut und erweitert werden. Foto: picture-alliance/ dpa | Soeren Stache
Kosten explodieren
 

Kanzleramt wird noch teurer als gedacht

BERLIN. Anfänglich sollte die Erweiterung des Bundeskanzleramts rund 600 Millionen Euro kosten. Doch das Bau-Projekt wird wohl teurer als zunächst gedacht. Wie ein Sprecher der Bundesregierung laut einem Bericht der Bild-Zeitung mitgeteilt hat, werden mindestens für das erste Quartal dieses Jahres noch weitere 20 Millionen Euro aus Bundesmitteln obendrauf kommen. Demnach soll nach dem Willen des Berliner Senats die zunächst geplante Verbindung zwischen Alt- und Neubau per Brücke nun durch einen Tunnel ersetzt werden. Allein diese Änderung im Bauplan habe die 20 Millionen an Zusatzkosten verursacht.

„Die kalkulierten Kosten beinhalten sowohl die Konstruktion des Tunnelbauwerks selbst, als auch die durch die geänderte Erschließung hervorgerufenen Änderungen am Büro-, Post- und Logistikgebäude sowie anteilige Planungskosten“, schreibt die Bundesregierung hierzu auf ihrer Homepage.

Kanzleramt erhält Helikopter-Landeplatz und Logistik-Zentrum

Zudem könnten wegen „massiv steigender Baukosten“, darunter auch gestiegene Preise für Baumaterialien, noch weitere Mehrkosten auf das Projekt zukommen, schreibt das Blatt. Demnach soll das neue Kanzleramt 400 zusätzliche Büroräume, eine eigene Kindertagesstätte für den Nachwuchs der Bediensteten und einen Landeplatz für Helikopter erhalten. Der Baubeginn ist für 2023 angesetzt.

Laut Bundesregierung soll zudem ein „solitäres Post- und Logistikgebäude“ auf dem Areal entstehen, damit künftig der Post- und Warenverkehr noch koordinierter bearbeitet werden kann. Zudem werden unter anderem neue Parkplätze entstehen sowie neue Tragkonstruktionen und Außenfassaden errichtet. Weitere Kostentreiber sind umweltschutzrechtlicher Natur, darunter Baumverpflanzungen, die Renaturierung von Grünflächen und Fassadenbegrünungen.

Kritikpunkt „Kostenexplosion“

Bereits seit Verkündung des kostspieligen Großprojekts ist der Neubau des Kanzleramts immer wieder auf scharfe Kritik gestoßen. Jüngst bemängelte der erste Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), „die Kostenexplosion“ hin zur „größten Regierungszentrale der Welt“. Mitten in einer historischen Krise bestehend aus Inflation, Gasmangel, Rekordschulden, Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg, sei ein solches Vorhaben nicht notwendig.

Der Vorsitzende des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel, forderte sogar den Baustop. „Dieses Vorhaben ist zu teuer, zu groß und ökologisch fragwürdig“, sagte er dem Springer-Blatt. Zudem passe das Baukonzept nicht in die heutige Zeit. Noch unter Alt-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war die Idee angestoßen worden, den Sitz des Bundeskanzlers in Berlin-Mitte an der Spree großzügig auszubauen. (ab)

Das Bundeskanzleramt (Archivbild) soll ab 2023 umgebaut und erweitert werden. Foto: picture-alliance/ dpa | Soeren Stache
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