In Hamburg gibt es mehr offene Haftbefehle als Gefängnisplätze (Symbolbild) Foto: picture alliance / Christian Charisius/dpa | Christian Charisius
In Hamburg gibt es mehr offene Haftbefehle als Gefängnisplätze (Symbolbild) Foto: picture alliance / Christian Charisius/dpa | Christian Charisius

Täter nicht auffindbar
 

In Hamburg gibt es mehr offene Haftbefehle als Gefängnisplätze

HAMBURG. In Hamburg warten derzeit über 3.000 Haftbefehle auf ihre Vollstreckung. Von den 3.115 zum Vollzug ausstehenden Haftbefehlen verteilten sich 588 auf wegen Straftaten gesuchten Verdächtigen und 2.527 auf bereits verurteile Straftäter, die nicht zum Haftantritt erschienen sind, wie aus der Antwort des Hamburger Senats auf eine kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Richard Seelmaecker (CDU) hervorgeht. Die Hamburger Justizvollzugsanstalten verfügen demnach derzeit über rund 2.200 Haftplätze.

Seelaecker zeigte sich entsetzt über die Zustände. „Es ist schockierend und traurig zugleich, daß SPD und Grüne hier dauerhaft versagen und es heute in Hamburg mehr verurteilte und gesuchte Straftäter gibt, die ihre Haft nicht angetreten haben und per Haftbefehl gesucht werden, als es überhaupt Plätze in Hamburgs Justizvollzugsanstalten gibt!“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die offenen Fälle beziehen sich auf einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die Justizvollzugsanstalten in der Hansestadt haben seit Jahren mit Personalnotstand und Überbelegung zu kämpfen. 52 Prozent der Gefängnisinsassen sind Ausländer. (fw)

In Hamburg gibt es mehr offene Haftbefehle als Gefängnisplätze (Symbolbild) Foto: picture alliance / Christian Charisius/dpa | Christian Charisius
Ahriman Verlag
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles