Große Mengen AfD-Flyer tauchen in Müllcontainern auf Foto: picture alliance/dpa | Carsten Koall

„Flyerservice Hahn“
 

AfD erstattet Strafanzeige gegen „Zentrum für politische Schönheit“

BERLIN. Im Zusammenhang mit dem Fall des „Flyerservice Hahn“ hat die AfD Strafanzeige gegen mehrere Personen gestellt, die an der Aktion des sogenannten „Zentrums für politische Schönheit“ (ZPS) beteiligt gewesen sein sollen. Die Anzeige ging am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft Berlin ein, sagte AfD-Pressesprecher Peter Rohling auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT. „Einen solchen Eingriff in den Wahlkampf als ‘Kunstaktion´ zu bezeichnen, ist ein Euphemismus, der seinesgleichen sucht.“

Zwei Tage vor der Bundestagswahl hatte die AfD über den mutmaßlichen Betrug informiert. Das ZPS teilte dann nach der Bundestagswahl mit, mittels der Scheinfirma „Flyerservice Hahn“ der AfD angeboten zu haben, fünf Millionen ihrer Flyer zu verteilen. Diese haben man jedoch nur angenommen und nicht verteilt. In den vergangenen Tagen veröffentlichte das selbsternannte Künstlerkollektiv in den sozialen Medien Bilder von Containern voll AfD-Flyer.

 ZPS soll Täuschung aufwendig aufgebaut haben

Der ARD-Journalist Daniel Laufer hatte zuvor auf Twitter Beiträge und Screenshots veröffentlicht, die belegen sollen, wie professionell das ZPS bei der Täuschung der AfD vorgegangen sei. So habe das ZPS für den angeblichen „Flyerservice Hahn“ eine falsche Registernummer verwendet, die vor einigen Jahren noch zu einer echten Firma geführt habe. Außerdem habe es eine vermeintliche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gegeben.

 Aus Screenshots, die die AfD anfertigte gehe zudem hervor, daß der angebliche Dienstleister auch einen Eintrag in den Gelben Seiten platziert habe.

Der angebliche "Flyerservice Hahn" war auch in den Gelben Seiten vertreten Foto: Screenshot / AfD
Der angebliche „Flyerservice Hahn“ war auch in den Gelben Seiten vertreten Foto: Screenshot / AfD

In der Vergangenheit hatte das ZPS wiederholt Aktionen gegen die AfD gestartet. So hatte es 2017 vor dem Wohnhaus des Thüringer Fraktionschef Björn Höcke eine Nachbildung des Holocaust-Mahnmals errichtet und behauptet, den Politiker und dessen Familie ausspioniert zu haben. (ag)

Große Mengen AfD-Flyer tauchen in Müllcontainern auf Foto: picture alliance/dpa | Carsten Koall
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