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Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig will DFB-Präsident werden Foto: picture alliance / | -
Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig will DFB-Präsident werden Foto: picture alliance / | –

Ex-Profi kündigt Kandidatur an
 

Hartwig: Es wird Zeit für dunkelhäutigen DFB-Präsident

FRANKFURT/MAIN. Der ehemalige Fußballprofi und Integrationsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Jimmy Hartwig, hat seine Kandidatur für das Amt des DFB-Präsidenten angekündigt.  „Ich glaube, es wird Zeit für Veränderungen.“ Zum Beispiel für „einen ehemaligen dunkelhäutigen Nationalspieler, der alle Höhen und Tiefen kennt“ an der DFB-Spitze, sagte er der Welt.

„Ich glaube, jetzt ist die Zeit, nicht bloß Lippenbekenntnisse zu machen wie einige Herren des Deutschen Fußball-Bundes, sondern Typen wie Jimmy Hartwig den Weg zu ebnen in gewisse Positionen des DFB“, unterstrich der ehemalige Profi des Hamburger SV und 1. FC Köln seine Ambitionen. Zugleich betonte er, wie nah er an den Fans und den Fußball-Ehrenämtlern sei und Integrationsarbeit betreibe.

Hartwig schätzt Chancen auf 50:50

Prominente wie der ehemalige Nationalspieler und heutige Sport-Geschäftsführer des Bundesligisten Hertha BSC Berlin, Fredi Bobic, hätten ihn demnach in seinem Plan bestärkt. Hartwig schätzte seine Chancen auf das Präsidentenamt „50:50“ ein, betonte aber zugleich, daß noch einige Hürden genommen werden müßten. Er erwarte, daß Gegner in Zukunft noch versuchen würden, ihn schlecht zu machen. Doch er habe in der Vergangenheit immer alles offengelegt.

Zuspruch erhält Hartwig auch aus der Politik. Die SPD-Abgeordnete und Vorsitzende des Sportausschuß im Bundestag, Dagmar Freitag, kommentierte das Vorhaben laut der Nachrichtenagentur dpa: „Jimmy Hartwig gehört aus vielerlei Gründen zu den herausragenden Nationalmannschaftsspielern unseres Landes, und das nicht nur aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten.“ Es sei „ohnehin Zeit, daß auch‘Persons of Colour` in den Präsidien unserer Sportverbände zur Selbstverständlichkeit werden.“

Hartwig zeigt sich unversöhnlich gegenüber Lehmann

Im Mai war der bisherige DFB-Präsident Fritz Keller zurückgetreten. Ihm war seine verbale Entgleisung in einer Präsidiumssitzung zum Verhängnis geworden. Darin hatte Keller seinen Stellvertreter Rainer Koch als „Freisler“ bezeichnet. Roland Freisler war während des Dritten Reichs Präsident des Volksgerichtshofes und verantwortlich für rund 2.600 Todesurteile gegen Gegner des NS-Regimes. Besonders boshaft an diesem Tiefschlag von Keller war, daß Koch Richter ist.

Hartwig hatte während der Aufregung um eine Chatnachricht von Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann, in der er den farbigen Ex-Profi Dennis Aogo als „Quotenschwarzen“ bezeichnet hatte, den Kampf des DFB gegen Rassismus herausgestellt. Die spätere Entschuldigung Lehmanns hätte er nicht angenommen, sagte Hartwig damals. (ag)

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