Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, bei einer Pressekonferenz im vergangenen Jahr Foto: picture alliance/dpa | Gregor Bauernfeind
Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, bei einer Pressekonferenz im vergangenen Jahr Foto: picture alliance/dpa | Gregor Bauernfeind

Auch wegen Corona
 

Deutsche Umwelthilfe fordert Feuerwerksverbot zu Silvester

BERLIN. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat ein Feuerwerksverbot an Silvester gefordert. „Ich wünsche allen Mitmenschen rauschende Silvesterfeste – aber bitte ohne Silvester-Böllerei“, unterstrich DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch am Montag. Das Ende dieses „archaischen“ Brauchs sei schon längst überfällig.

Insbesondere in Anbetracht der Pandemiesituation sei ein Feuerwerksverbot zu Silvester notwendig, erläuterte er weiter. „Die Notärzte haben zum Jahreswechsel Dauereinsatz, und in diesem Jahr droht durch die vielen Böller-Opfer zudem eine Überlastung der Notaufnahmen und Kliniken, die schon seit mehr als eineinhalb Jahren an ihrem Limit sind. Das darf nicht sein!“

Auch die Gewerkschaft der Polizei stimmt Böllerverbot zu

Neben der Deutschen Umwelthilfe hatte sich auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) für ein Böllerverbot ausgesprochen. Das hohe Verletzungsrisiko sowie unkalkulierbare Brandgefahren seien Grund genug, um Feuerwerke nur noch an bestimmten Orten zuzulassen, mahnte deren stellvertretender Bundesvorsitzender, Jörg Radek. „Es geht auch um die Sicherheit der Einsatzkräfte in dieser Nacht. Fassungslos machten uns die zunehmenden Angriffe auf Polizei, Feuerwehren und Rettungskräfte.“

Ihren Aufruf haben DUH und GDP gemeinsam mit der Tierwohlstiftung „Vier Pfoten“ und dem Deutschen Tierschutzbüro veröffentlicht. Sie kritisieren die hohe Feinstaubbelastung und das Verletzungsrisiko bei den Silvesterfeuerwerken. Außerdem warnen sie vor der Brandgefahr bei den Feierlichkeiten am letzten Tag des Jahres. Auch die Gesundheit von Tieren sehen sie durch Silvesterknaller beeinträchtigt.

Verband der Pyrotechnik stellt sich gegen Verbotsforderungen

Widerspruch erntete die Initiative vom Verband der Pyroindustrie. Dessen Vorsitzender, Thomas Schreiber, bekräftigte, es sei an der Zeit, „das Kulturgut Feuerwerk endlich wieder aufleben zu lassen“. Das sei nicht nur im Interesse des pyrotechnischen Gewerbes selbst. „Wir sind auch es auch jenen schuldig, die sich bei allen Restriktionen der letzten Zeit das Denken und Feiern nicht verbieten lassen wollen.“

Da die meisten Verletzungen durch Böller ohnehin im Zusammenhang mit übermäßigen Alkoholkonsum stünden, sei es vielleicht sinnvoller, statt eines Feuerwerks- ein Alkoholverbot auszusprechen, mahnte der Verbandsvorsitzende weiter.

Auch im vergangenen Jahr hat es eine Diskussion über Feuerwerke unter Pandemiebedingungen gegeben. Damals hatten die Grünen ein umfassendes Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel gefordert.

Die DUH war in der Vergangenheit vor allem mit Klagen gegen Städte aufgefallen, in denen die Feinstaubbelastung an Straßen höher war als von der EU erlaubt. Die Klagen führten teilweise zu Fahrverboten für Dieselfahrzeuge. Zudem verdiente die DUH Geld damit, indem sie Autohändler abmahnte, wenn diese fehlende Angaben zum Energieverbrauch eines Fahrzeugs bereitstellen oder sie in Werbeanzeigen in zu kleiner Schrift abdrucken. (fw)

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