AfD-Spitzenkandidaten-Duo Alice Weidel und Tino Chrupalla
AfD-Spitzenkandidaten-Duo Alice Weidel und Tino Chrupalla Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Mitglieder-Umfrage
 

AfD zieht mit Weidel und Chrupalla an der Spitze in den Bundestagswahlkampf

BERLIN. Die AfD-Mitglieder haben die Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel und den Pateivorsitzenden Tino Chrupalla zum Spitzenkandidaten-Duo für die Bundestagswahl gewählt. Für Weidel und Chrupalla stimmten rund 10.500 Teilnehmer (71 Prozent) der Online-Mitgliederumfrage, auf die Bundestagsabgeordnete Joana Cotar und den niedersächsischen Spitzenkandidaten Joachim Wundrak entfielen etwa 4.000 Stimmen (27 Prozent), teilte die AfD am Dienstag morgen mit.

An der Umfrage teilgenommen hatten etwas mehr als 14.800 Mitglieder (48 Prozent). Das Quorum lag bei 7.370 Stimmen. 285 Teilnehmer stimmten bei beiden Duos mit Nein (1,9 Prozent), 86 enthielten sich. Der Mitgliederentscheid vom 17. bis 24. Mai war nötig geworden, weil der AfD-Parteitag im April in Dresden zwar beschlossen hatte, daß die Partei mit einem Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf ziehen soll, nicht aber konkret mit welchem. Nach Angaben eines Bundesvorstandsmitgliedes hatte es bei der Auswertung der Stimmen technische Probleme gegeben. „Wir haben ein Spitzenduo, wir kennen es nur nicht.“

Chrupalla bedankte sich bei Cotar und Wundrak für den fairen innerparteilichen Wettstreit und bezeichnete das Ergebnis als klaren Sieg sowie als ein wichtiges Signal für den Wahlkampf. Es sei nun „Zeit, die Reihen zu schließen“. Die Westdeutschen hätten gezeigt, daß sie die östlichen Verbände mitnehmen möchten. Das Duo Weidel/Chrupalla stehe mit einer promovierten Volkswirtin und einem Handwerksmeister für eine breite Verankerung in der Bevölkerung.

Weidel und Chrupalla wollen Ergebnis von 2017 verbessern

Weidel sagte, 71 Prozent Zustimmung sei ein eindeutiges Mitgliedervotum und eine Beteiligung von fast 50 Prozent sei sehr hoch. „Dieses Ergebnis spricht für sich“ und es sei lager- und strömungsübergreifend entstanden. Ein wichtiges Thema im Wahlkampf sei unter anderem die „neue soziale Frage“, die wegen der Corona-Pandemie entstanden sei. Es gelte, die Ängste der Bürger, der Arbeitnehmer und Familien aufzugreifen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland sei durch die Corona-Einschränkungen geschwächt worden. Auch die Abwanderung von Talenten verursache langfristige Schäden.

Beide Politiker gaben als Ziel aus, bei der Bundestagswahl im Herbst besser abzuschneiden als 2017. Hauptgegner im Wahlkampf sei die CDU, sagte Weidel. Die Grünen setzten zwar Trends, die Überschneidungsmenge zwischen AfD- und Grünen-Wählern sei wahrscheinlich aber sehr gering. Die Grünen, betonte die Fraktionschefin, wollten den Preismechanismus aussetzen und gingen mit ihrem Programm teilweise in Richtung Kommunismus.

Chrupalla ergänzte: „Wer CDU wählt, bekommt grün, da bieten wir eine Alternative.“ Die CDU werde zerrieben zwischen der AfD im Osten und den Grünen im Osten, für die AfD sei dies eine gute Ausgangslage. Vor der SPD zu landen, wäre ein „nettes Schmankerl, das man noch mitnehmen könnte“.

Cotar und Wundrak gratulieren Sieger-Duo

Cotar und Wundrak gratulierten dem Sieger-Duo. „Sie haben eine Mehrheit der Parteimitglieder für sich gewinnen können und werden uns nun in den anstehenden Bundestagswahlkampf führen. Ich freue mich darauf, die Beiden in den nächsten Monaten tatkräftig unterstützen zu können“, sagte Cotar. „Allen Unterstützern und Kämpfern vielen Dank und seid nicht zu enttäuscht. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, wichtig ist das Weitermachen. Gemeinsam für unsere AfD und unser Land.“

Wundrak bedankte sich bei Weidel und Chrupalla für „den fairen Wettbewerb, den sie genau wie wir mit Anstand und gegenseitigem Respekt geführt haben“. Wundrak kündigte an, er und Cotar würden sich auch weiterhin würfe ihre Ideale einsetzen. „Wir schauen nun gemeinsam nach vorn, um einen erfolgreichen Wahlkampf für die AfD und für die Interessen Deutschlands und des Deutschen Volkes zu führen. Die anstehende Bundestagswahl ist von besonderer Bedeutung. Eine Wahl, die für das Schicksal Deutschlands und seiner Bürger wegweisend sein wird.“

Co-Parteichef Jörg Meuthen teilte mit: „Ich gratuliere den beiden zu ihrer Wahl und wünsche ihnen viel Erfolg bei ihrer nun anstehenden Aufgabe, die AfD in den kommenden Monaten als führende Repräsentanten unseres Bundestagswahlkampfes zu vertreten.  Zugleich danke ich Joana Cotar und Joachim Wundrak dafür, dass Sie durch ihre engagierte Kandidatur unseren Mitgliedern eine echte Wahlmöglichkeit eröffnet haben, die offenbar sehr viele positiv angesprochen hat.“

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(ls)

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