AfD Alternative für Deutschland Wahlkampagne
Armin Laschet auf dem Digitalparteitag am Sonnabend in Berlin
Armin Laschet auf dem Digitalparteitag am Sonnabend in Berlin Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Odd Andersen

Reaktionen auf neuen CDU-Chef
 

AfD-Politiker zu Laschet-Wahl: Gut für uns, schlecht für Deutschland

BERLIN. Mehrere AfD-Politiker haben die Wahl Armin Laschets zum neuen CDU-Chef als positives Signal für ihre Partei, aber als negatives für Deutschland gewertet. „Laschet steht für die nahtlose Fortsetzung der für Deutschland fatalen Merkel’schen Durchwurstlpolitik ohne Kompaß und ohne jedes klare Wertegerüst“, sagte der AfD-Co-Vorsitzende Jörg Meuthen am Sonnabend der JUNGEN FREIHEIT. „Es wird spannend, zu beobachten, wie sich nun die letzten verbliebenen konservativ-freiheitlichen Mitglieder der Union dazu verhalten werden. Wer dort jetzt immer noch bleibt, wird für das sich immer klarer abzeichnende schwarz-grüne Desaster mitverantwortlich sein.“

AfD-Co-Chef Tino Chrupalla schrieb auf Twitter: „Mit Armin Laschet nimmt die CDU Kurs auf eine Koalition mit den Grünen. Damit ist die AfD endgültig die einzig verbliebene freiheitlch-konservative Kraft in Deutschland.“

„Laschet. Sehr gut- leider nur für die AfD. Merkels Kurs wird nun nicht mal verbal korrigiert. Alles bleibt, wie es ist. Und dann wird es noch schlimmer: in der Koalition mit den Grünen. Bei Merz und Röttgen wäre es auch so. Insofern: egal“, schrieb die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch auf Twitter. Einen Kurswechsel gebe es nur mit der AfD.

Weidel: „Wer schwarz wählt, bekommt grün“

Laut der AfD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Alice Weidel sei mit der Wahl Laschets der Weg geebnet für eine schwarz-grüne Koalition. „Wer schwarz wählt, bekommt grün. Die Chance, das Ruder herumzureißen, wurde endgültig vertan.“

„Armin Laschet ist exakt der Vorsitzende, den die CDU verdient und die AfD braucht!“ schrieb der EU-Abgeordnete Maximilian Krah auf Twitter. „Was muß eigentlich noch passieren, ehe ‘bürgerliche Konservative’ begreifen, daß es kein Zurück der CDU zur vor-Merkel-Partei geben wird? Diese Partei wird nie mehr konservativ. Wer konservative Politik will muss die AfD unterstützen, alles andere ist Unsinn!“

Die Bundestagsabgeordnete Mariana Harder-Kühnel kommentierte: „Einen farbloseren Kandidaten hätte die CDU nicht zum Bundesvorsitzenden wählen können: Mit Armin Laschet wird die Beliebigkeit zum Programm. Die Chance, sich auf einstige Kernpositionen der CDU zu besinnen, wurde damit vertan.“

Merkel: „Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ mitteilen: „Herzlichen Glückwunsch, lieber Armin Laschet, zu Deiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit.“ Parteikollege und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zollte auch den unterlegenen Kandidaten Respekt. „Glückwunsch, lieber Armin Laschet, Respekt für Friedrich Merz und Norbert Röttgen“, twittert Altmaier. „Das waren ein fairer Wahlkampf und ein klares Signal für den Gestaltungswillen- und Regierungswillen der Union!“

Der Bundesvorsitzende der Werte-Union, Alexander Mitsch, teilte mit. „Mit der Wahl Armin Laschets haben die Delegierten des Parteitags leider die Chance verpaßt, die Parteibasis abzuholen und eine inhaltliche und personelle Neuausrichtung zu gestalten.“ Es entstehe der Anschein, daß Posten und die Bewahrung etablierter Strukturen den Delegierten wichtiger seien als die inhaltlich richtige Politik für Deutschland. „Der neu gewählte Vorsitzende sollte nun alles tun, um auf den konservativen Parteiflügel einzugehen“

CSU-Chef Markus Söder gratulierte Laschet zu seinem Sieg und betonte: „Freue mich auf unsere Zusammenarbeit! Gemeinsam werden wir die Erfolgsgeschichte der Union fortschreiben.“ Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) wünschte dem neuen CDU-Vorsitzenden ein glückliches Händchen für die „große Aufgabe“. „Dieses Jahr hat es in sich und wird eine Herausforderung für uns alle. Glück auf sagt man bei uns dazu – alles Gute!“

Die Grünen-Co-Vorsitzende Annalena Bearbock gratulierte Laschet zur „erfolgreichen Wahl“. Es werde ein „spannender politischer Wettbewerb um die Frage, welche Kraft unser Land mutig, entschlossen, mit neuem Schwung aus der Krise führt“.

Auch FDP-Chef Christian Lindner, der wie Laschet aus Nordrhein-Westfalen (NRW) kommt, beglückwünschte Laschet. „Auf so gute Zusammenarbeit und so sportlichen Wettbewerb als Bundesvorsitzende wie wir beides als NRW-Landesvorsitzende früher schon hatten.“ Linkspartei-Chefin Katja Kipping meinte: „521 – das sind nur 20 Stimmen über den Durst. Das heißt auch, Laschet wird in den kommenden Monaten dem rechten CDU-Flügel so viel Zucker geben müssen, daß die Grünen sich dreimal überlegen werden müssen, ob sie sich tatsächlich auf Gedeih und Verderb der Union hingeben wollen.“ (ls)

Armin Laschet auf dem Digitalparteitag am Sonnabend in Berlin Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Odd Andersen
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