Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warf der "taz" vor, haßerfüllt gegen Polizisten zu schreiben Foto: picture alliance/Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa
Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warf der „taz“ vor, haßerfüllt gegen Polizisten zu schreiben Foto: picture alliance/Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa
„Haßerfüllt“ und „degeneriert“

Wendt attackiert „taz“ wegen Anti-Polizei-Artikels

BERLIN. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, hat die taz wegen eines Anti-Polizei-Artikels scharf attackiert. „Andere Menschen zu entpersönlichen, ihnen Würde und Menschsein abzusprechen und sie wie Unrat auf einer Müllhalde entsorgen zu wollen – wie haßerfüllt, degeneriert und voller Gewaltbereitschaft muß man eigentlich sein, um solche widerlichen Gedanken aufzuschreiben?“, fragte er auf Facebook.

Hintergrund ist eine Kolumne in der taz, in der die Autorin Hengameh Yaghoobifarah darüber sinnierte, wo die Beamten nach einer Auflösung der Polizei eingesetzt werden könnten. Schließlich schlug sie vor, Ex-Polizisten auf Mülldeponien zu beschäftigen, „wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten“.

Taz sei bestenfalls zum Fisch einwickeln geeignet

Zudem gebe es nach Meinung der Autorin unter Polizisten einen hohen Anteil von Personen mit faschistischen Ansichten. „Wenn die Polizei abgeschafft wird, in welche Branchen kann man Ex-Cops dann überhaupt noch reinlassen? Schließlich ist der Anteil an autoritären Persönlichkeiten und solchen mit Fascho-Mindset in dieser Berufsgruppe überdurchschnittlich hoch.“ Daher sollten Ex-Polizisten nicht in „Machtpositionen gegenüber anderen Menschen kommen. Streng genommen möchte man sie nicht einmal in die Nähe von Tieren lassen“.

Wendt kritisierte, daß Bundespräsident Fank-Walter Steinmeier schweige, wenn Sicherheitskräfte derart diffamiert würden. „‘Worte werden rasch zu Taten’, ertönt es oft mahnend aus Schloß Bellevue, leider nicht, wenn gegen Frauen und Männer der Polizei gehetzt wird.“ Ebenso still seien sogenannte Haltungsjournalisten, die sonst schnell zur Stelle seien, wenn sie bei ihm Populismus witterten. Laut dem Polizeigewerkschafter sei die taz „bestenfalls dazu geeignet, Fisch darin einzuwickeln. Aber nur dann, wenn man diesen später nicht noch essen will“.

Am Dienstag nachmittag erstattete die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Strafanzeige gegen Yaghoobifarah und die taz wegen der Kolumne. „Wir erwarten nicht nur eine aufrichtige Entschuldigung, sondern auch entsprechende Konsequenzen der taz“, äußerte der Berliner GdP-Landeschef Norbert Cioma am Dienstag via Facebook. (ag)

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warf der „taz“ vor, haßerfüllt gegen Polizisten zu schreiben Foto: picture alliance/Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

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