Fans des FC St. Pauli bekunden während des Heimspiels gegen Darmstadt ihre Solidarität mit den kurdischen Kämpfern in Rojava (Archivbild) Foto: picture alliance/Axel Heimken/dpa
Politik im Fußballstadion

Solidarität mit Kurden-Miliz: FC St. Pauli droht Geldstrafe

HAMBURG. Der Kontrollausschuß des Deutschen Fußballbundes (DFB) hat eine Geldstrafe von 4.000 Euro gegen den Zweitligisten FC St. Pauli beantragt. Grund für die Maßnahme ist das Schwenken von Fahnen der kurdischen Miliz YPJ und eines Plakats mit der Aufschrift „Biji Rojava“ („Es lebe Rojava“) während des Heimspiels gegen den SV Darmstadt 98 im vergangenen Oktober, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Der DFB sei vom Türkischen Fußballverband auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden. Zuvor habe das türkische Außenministerium den Verband darauf hingewiesen.

St. Pauli-Präsident: „Sport ist politisch“

Der Präsident des Zweitligisten, Oke Göttlich, kann in der Aktion der Fans kein Fehlverhalten erkennen. „Man kann ganz klar sagen: Für den FC St. Pauli ist die Meinungsfreiheit nicht verhandelbar – auch im Stadion. Wir als FC St. Pauli haben uns immer ganz klar dazu bekannt, daß Sport politisch ist.“

Göttlich räumte ein, daß es unter den in den Deutschland lebenden Türken auch andere Ansichten gebe, die es zu akzeptieren gelte. Die Militäraktion der Türken im Kurdengebiet, in dem auch Rojava liegt, hatte vergangenen Oktober für Wirbel bei St. Pauli gesorgt. Der damalige türkische Spieler Cenk Sahin zeigte damals auf Instagram seine Unterstützung für die Truppen der Türkei. Wenige Tage später war er nach Fan-Protesten freigestellt worden. Er spielt mittlerweile in der ersten türkischen Liga. (ag)

Fans des FC St. Pauli bekunden während des Heimspiels gegen Darmstadt ihre Solidarität mit den kurdischen Kämpfern in Rojava (Archivbild) Foto: picture alliance/Axel Heimken/dpa

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