Bundeswehr
Ehrenformation der Bundeswehr: Seit dem Ende der Wehrpflicht 2011 plagen die Streitkräfte Nachwuchssorgen Foto: picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB
Umfrage

Mehrheit der Deutschen will Rückkehr zur Wehrpflicht

BERLIN. Die Mehrheit der Deutschen hat sich für eine Rückkehr zur Wehrpflicht ausgesprochen. 57 Prozent der Bürger wollen eine obligatorische Militärzeit oder alternativ den Zivildienst für Verweigerer, 42 Prozent sind dagegen, das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Funke-Mediengruppe.

Der Grund für die Stimmungslage sei der Wunsch nach „mehr Zusammenhalt in Deutschland“, erklärte der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Patrick Keller. Besonders in den östlichen Bundesländern befürworteten viele Befragte die Wehrpflicht, 69 sind dafür, auf den Westen Deutschlands trifft das nur zu 55 Prozent zu.

Junge Menschen lehnen Wehrpflicht meist ab

Unterschiede zeigten sich auch zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Befragte im Alter zwischen 14 und 29 Jahren lehnten die Militärzeit mit 69 Prozent am stärksten ab. Unter den 30-39jährigen sprachen sich 48 Prozent für eine Wehrpflicht aus, bei den älteren Jahrgängen waren bis zu 72 Prozent dafür.

Die sicherheitspolitischen Fachleute im Bundestag lehnten die obligatorische Militärzeit meist ab, die Mehrheit der Anhänger der Parteien im Bundestag seien hingegen überwiegend dafür, mit Ausnahme der Grünen. Sie stehen der Wehrpflicht nur zu 46 Prozent positiv gegenüber. Bei der Linkspartei und der FDP stimmen einem verpflichtenden Dienst an der Waffe 55 Prozent zu. Die SPD sprach sich zu 59 Prozent für den Vorschlag aus, die CDU/CSU zu 78 Prozent. AfD-Anhänger äußerten eine 100 prozentige Zustimmung.

Högls Vorschlag stößt auf Kritik

Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) hatte vergangene Woche eine Debatte angestoßen, die Wehrpflicht wieder einzuführen. Das Aussetzen der obligatorischen Dienstzeit sei ein „Riesenfehler“ gewesen. Es sei gut für die Bundeswehr, „wenn ein großer Teil der Gesellschaft eine Zeitlang seinen Dienst leistet“, sagte sie. Zudem würde damit rechtsextremistischen Umtrieben in der Armee entgegengewirkt.

Parteikollegen Högls, darunter auch die SPD-Chefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, hatten den Vorstoß kritisiert. Die Wehrpflicht stehe nicht im Zusammenhang mit kritischen Teilen der Bundeswehr. Zudem verfüge die Bundeswehr weder über Unterkünfte, Material oder Ausbilder, betonte der SPD-Obmann im Verteidigungsausschuß, Fritz Felgentreu. (zit)

Ehrenformation der Bundeswehr: Seit dem Ende der Wehrpflicht 2011 plagen die Streitkräfte Nachwuchssorgen Foto: picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

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