G20-Randale in Altona
G20-Randale in Altona Fotos: Polizei / YouTube-Screenshots / JF-Montage
Landgericht Hamburg

G20-Krawalle: Vermummte Elbchaussee-Randalierer verurteilt

HAMBURG. Das Landgericht Hamburg hat am Freitag fünf Linksextremisten wegen der schweren Randale an der Elbchaussee während des G20-Gipfels 2017 zu Bewährungs- und Haftstrafen verurteilt. Die Männer im Alter zwischen 20 und 26 Jahren machten sich nach Ansicht der Richter des Landfriedensbruchs und der Beihilfe zur Brandstiftung schuldig, meldet der NDR.

Der Hauptangeklagte, ein 24 Jahre alter Mann aus Frankreich, muß für drei Jahre ins Gefängnis. Zwei der vier deutschen Staatsbürger erhielten Bewährungsstrafen von etwas mehr als einem Jahr. Die beiden damals jugendlichen Angeklagten wurden zu 20 Arbeitsstunden verurteilt.

Staatsanwaltschaft: 220 Vermummte mit größtmöglicher Zerstörungsabsicht 

Die Linksextremisten gehörten zu einer Gruppe von bis zu 220 Vermummten, die während des Treffens der Staats- und Regierungschefs im Juli 2017 in Hamburg randaliert hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ausschreitungen an der Elbchaussee als politisch motivierten Gewaltausbruch bezeichnet, der auf größtmögliche Zerstörung abgezielt habe.

Die schwarz vermummten Männer und Frauen zogen demnach rund zwei Kilometer durch den Stadtteil Altona. Dabei zerstörten sie Dutzende Autos und warfen bei 60 Gebäuden die Scheiben ein, darunter auch beim Rathaus Altona. Eine 800 Gramm schwerer Stein verfehlte der Anklage zufolge nur knapp eine Anwohnerin in ihrer Küche.

Die Linksextremen griffen laut Staatsanwalt auch zwei besetzte Fahrzeuge der Bundespolizei an. Sie sollen eine Autoscheibe eingeschlagen und dabei einen Beamten am Arm verletzt haben. Zudem warfen sie den Schilderungen nach einen Brandsatz gegen ein weiteres Auto. Mehrere Polizisten hätten sich noch retten können.

Erstes Urteil gegen Elbchaussee-Täter

Bei den rund 100 Einzeltaten, die die Ermittler festgestellt hatten, war ein Schaden von mindestens einer Million Euro entstanden. Sechs Personen seien verletzt worden oder hätten einen Schock erlitten. 60 weitere entgingen nur knapp einer Verletzung. „Es war wie im Krieg“, zitierte die Staatsanwaltschaft laut der Nachrichtenagentur dpa eine Zeugin. Die Linksextremisten seien einer abgesprochenen Ablauf gefolgt.

Die Videoaufnahmen der 220 Vermummten hatten weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Das Landgericht urteilte in dem Fall erstmals über die Elbchaussee-Randalierer. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen für alle fünf Angeklagten gefordert, ihre Verteidigung Freispruch. Bereits in den vergangenen Jahren und Monaten waren andere G20-Plünderer oder -Randalierer verurteilt worden. (ls)

G20-Randale in Altona Fotos: Polizei / YouTube-Screenshots / JF-Montage

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