„Antifa“
Linksextreme Gruppierung „Antifa“ Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress
Hessen

„Frankfurt entnazifizieren“: Linksextreme nehmen AfD, CDU und FDP ins Visier

WIESBADEN. Linksextremisten haben in Frankfurt am Main zum Kampf gegen AfD, CDU und FDP aufgerufen. Unter dem Motto „Frankfurt entnazifizieren“ veröffentlichte die „Antifa“ eine Karte der Stadt, auf der unter anderem die Parteibüros von AfD, CDU und FDP verzeichnet sind.

Eine „gesellschaftliche Akzeptanz von Rechten“ dürfe nicht hingenommen werden“, heißt es in dem dazugehörigen Aufruf. „Keine Akzeptanz für Nazis! Kein Platz für Nazis und rechtes Gedankengut in Behörden, im Betrieb, im Alltag und auf der Straße! Praktische Entnazifizierung jetzt!“, fordern die Linksextremen. „Dagegen vorzugehen, bedeutet: solidarisch zu sein.“

Neben den Parteibüros sind auf der Karte auch die Adressen von Privatpersonen aufgeführt. Darunter befindet sich etwa die Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, Erika Steinbach, versehen mit dem Zusatz „Rassistin / AfD“. Auch das Erste Polizeirevier ist markiert. Darunter steht: „NSU 2.0“. Überdies werden mehrere angebliche christliche Fundamentalisten und Burschenschaften aufgeführt.

AfD: „Das ist ein Aufruf zu Straftaten“ 

Der Landesvorsitzende der AfD, Klaus Herrmann, warnte: „Das ist nicht mehr und nicht weniger als der Aufruf zu Straftaten.“ Die Linksextremisten würden „wieder einmal demokratisch legitimierte konservative Positionen und deren Vertreter mit Rassismus und Antisemitismus und Nationalsozialismus“ gleichsetzen.

„Dazu bedienen Sie sich bewußt genau der faschistischen Methoden, die sie fälschlicherweise demokratisch gewählten Vertretern unserer Gesellschaft unterstellen. Die Antifa gehört als kriminelle und die Demokratie gefährdende Vereinigung nicht nur vom Verfassungsschutz beobachtet, sondern verboten“, forderte der AfD-Politiker. Wer Menschen zu Zielscheiben mache, habe den demokratischen Diskurs verlassen.

Die Frankfurter Polizei teilte auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT mit, die Internetseite sei den Behörden bekannt. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ können man aber keine weiteren Angaben machen.

Es ist nicht das erste Mal, daß Linksradikale Adressen im Internet veröffentlichen. 2018 hatten sie anläßlich des AfD-Parteitags in Augsburg auf einer linksextremen Internetseite eine Art Reiseführer hochgeladen, in dem die Adressen zahlreicher AfD-Büros und Geschäftsstellen aufgeführt wurden. Hinzu kamen als „Kollaborateure“ Gaststätten, die der AfD in der Vergangenheit bereits Räumlichkeiten vermieteten. Auf der Internetseite des Reiseführers fanden sich zudem noch die Privatadressen etlicher AfD-Funktionäre, teilweise ergänzt um Handynummern und E-Mail-Adressen.

Landeskriminalamt Sachsen ermittelt nach Krawallen in Connewitz

Unterdessen hat das Landeskriminalamt Sachsen Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs im Leipziger Stadtteil Connewitz aufgenommen. Vermutlich linksextreme Täter hatten in der Nacht zu Sonntag in dem linken Szeneviertel mehrere Feuer gelegt. Die Polizei berichtete von bis zu 150 Personen, die sich dort aufhielten. Diese entzündeten unter anderem mit Baustellenmaterial, Sofas, Paletten und einer 120-Liter-Mülltonne Brände an verschiedenen Stellen. Dabei erreichte ein Feuer auch das neu verlegte Gleisbett einer Straßenbahn und beschädigte die Konstruktion.

Die Randalierer schossen mit Feuerwerkskörpern auf die Einsatzkräfte und schmissen Steine und Flaschen sowohl gegen die Polizisten als auch gegen die Einsatzwagen, wobei die Frontscheibe eines Fahrzeugs beschädigt wurde. Der Staatsschutz nahm drei Tatverdächtige im Alter von 20 bis 30 Jahren fest.

Die Leipziger Polizei, das Landeskriminalamt Sachsen, die sächsische Bereitschaftspolizei und die Bundespolizei waren von elf Uhr abends bis vier Uhr morgens im Einsatz.Die für Linksextremismus zuständige Soko LinX im Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum im Landeskriminalamt Sachsen übernahm den Fall. (ls/hr)

Linksextreme Gruppierung „Antifa“ Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

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