Abschiebung
Demonstranten protestieren gegen Abschiebungen (Archivbild) Foto: picture alliance/ZUMA Press
Ausweisungsstopp wegen Coronapandemie

Deutschland schiebt vorerst nicht nach Afghanistan ab

BERLIN. Aufgrund der Coronapandemie hat Deutschland Abschiebungen nach Afghanistan vorerst ausgesetzt. Anlaß seien entsprechende Bitten der afghanischen Behörden gewesen, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag der Nachrichtenagentur dpa mit.

„Wegen der Verwundbarkeit Afghanistans durch das Coronavirus haben wir die Verschiebung der Abschiebungsflüge beantragt“, erklärte ein Sprecher des afghanischen Ministeriums für Flüchtlinge und Rückführung. Wegen der Pandemie verhängte die Regierung Ausgangssperren über mehrere Provinzen des Landes. Das afghanische Gesundheitsministerium rechne mit über 100.000 Toten. Vor allem die Situation im von dem Virus besonders betroffenem Nachbarland Iran bereite den Behörden große Sorge.

Iranerinnen warten auf Ausweisung

Vor diesem Hintergrund verlangte die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl wegen der Pandemie eine Aussetzung aller Abschiebungen. Menschen müßten davor geschützt werden, in Länder mit schlechten Gesundheitssystemen abgeschoben zu werden. Konkret forderte Pro Asyl, die geplante Ausweisung zweier Iranerinnen zu verhindern. Die beiden Frauen warten demnach in einer Abschiebeunterkunft in Frankfurt am Main auf ihren Rückflug in ihr Heimatland.

Abschiebungen nach Afghanistan hatten in der Vergangenheit wiederholt zu Protesten von Flüchtlingsorganisationen geführt. Die letzte Sammelabschiebung war am 12. März. Insgesamt wiesen Bund und Länder 907 Personen nach Afghanistan aus. (ag)

Demonstranten protestieren gegen Abschiebungen (Archivbild) Foto: picture alliance/ZUMA Press

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