Polizeieinsatz in Leipzig (Archivbild)
Polizeieinsatz in Leipzig (Archivbild) Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Versuchter Totschlag
 

Corona-Demonstranten zu Boden geprügelt: Soko LinX ermittelt

LEIPZIG. Das Landeskriminalamt Sachsen hat nach einem versuchten Tötungsdelikt am Rande der Corona-Demonstration am Sonnabend in Leipzig einen Zeugenaufruf gestartet. Die bisherigen Ermittlungen deuten darauf hin, daß es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Linksextreme handelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstag der JUNGEN FREIHEIT. Es werde aber nach wie vor in alle Richtung ermittelt.

Laut Polizeiangaben befand sich eine Gruppe Demonstranten im Anschluß an die Kundgebung gegen die Anti-Corona-Maßnahmen nahe der Höfe am Brühl an einem Imbiß. Dabei seien sie von 15 bis 20 größtenteils Vermummten attackierten worden. Zwei der Opfer seien zu Boden gegangen. Die Angreifer traten aber weiter auf sie ein. Erst als eine Einheit der Bereitschaftspolizei einschritt und einen Warnschuß abgab, ließen die Angreifer von den Opfern los und flüchteten. Die beiden Männer wurden in ein Krankenhaus eingeliefert.

Staatsanwaltschaft stuft Tat als versuchten Totschlag ein

Die Staatsanwaltschaft Leipzig stufte die Tat als versuchten Totschlag ein. Die Ermittlungen übernahm die Soko LinX. Dem Nachrichtenportal Tag24 zufolge sollen Teilnehmer der linken Gegendemonstration nach der Kundgebung gezielt Jagd auf heimkehrende Corona-Demonstranten gemacht haben.

Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die rund um den Tatort verdächtige Personen einschließlich mehrerer möglicherweise tatbeteiligter Fahrradfahrer gesehen haben. Die Beamten wiesen darauf hin, daß auch Beobachtungen im Internet oder den sozialen Medien die Ermittlungen unterstützen können.

Leipzig gilt mit seinem Stadtteil Connewitz als eine der linksextremen Hochburgen Deutschlands. Die Zahl Straftaten in Sachsen, die der linken Szene zugeordnet werden, war im vergangenen Jahr um 100 Prozent gestiegen. (ls)

Polizeieinsatz in Leipzig (Archivbild) Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
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