Bildungspolitik

NRW will Flüchtlinge als Lehrer einsetzen

DÜSSELDORF. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will zur Bekämpfung des Lehrermangels Asylbewerber zu Lehrkräften ausbilden. Es gehe darum, Lehrer, die aus ihrer Heimat in die Bundesrepublik geflüchtet seien, für den deutschen Unterricht zu qualifizieren, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) laut der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag. Die SPD hatte zuvor kritisierte, die schwarz-gelbe Landesregierung nutze die „kostbare Ressource“ von geflüchteten Lehrkräften nicht.

Nach Angaben Gebauers sei sich die Regierung aber des Potentials bewußt. So würden die Universitäten Bielefeld und Bochum zum Beispiel das Programm „Lehrkräfte plus“ speziell für Flüchtlinge anbieten. Dies beinhalte neben Intensivsprachkursen auch die Möglichkeit, über Hospitationen einen Einblick ins nordrhein-westfälische Schulsystem zu bekommen. Zudem überlege die Regierung, die Kurse für Pädagogen aus der EU zur Lehramtsbefähigung auch für Lehrer aus Drittstaaten zu öffnen.

Es sei aber bereits jetzt schon für Asylsuchende möglich, sich ihre heimischen Lehramtsabschlüsse in Deutschland anerkennen zu lassen. Auch gebe es den Weg des Seiteneinstiegs mit berufsbegleitendem Vorbereitungsdienst. Außerdem könnten Einwanderer aus Drittstaaten schon jetzt für den herkunftssprachlichen Unterricht sowie als Vertretungslehrer eingestellt werden, bevor die Anerkennung ihrer Lehramtsbefähigung vorliege. (krk)

Unterricht an einer Grundschule in Nordrhein-Westfalen Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten

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