Jatta
Bakery Jatta beim Pokalspiel gegen den Chemnitzer FC Foto: picture alliance/Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Hamburger SV

Möglicher Asylbetrug: Bezirksamt stellt Ermittlungen gegen Jatta ein

HAMBURG. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat die Ermittlungen gegen den Fußballprofi des HSV, Bakery Jatta, eingestellt. Nach Informationen der Hamburger Morgenpost konnte die Behörde keine Anhaltspunkte finden, daß Jatta einen Asylantrag unter falscher Identität gestellt habe. Jattas Anwalt, Thomas Bliwier, hatte zuvor dem Bezirksamt vergangene Woche den Reisepaß Jattas sowie einen Auszug aus dem gambischen Geburtenregister mit Jattas Daten vorgelegt.

Nach Recherchen der Sport Bild soll der Afrikaner bei seiner Einreise nach Deutschland im Sommer 2015 bei der Angabe seines Namens und des Geburtsdatums gelogen haben. So sei er nicht am 6. Juni 1998, sondern am 6. November 1995 als Bakary Daffeh geboren. Außerdem hatten zwei ehemalige Trainer des Spielers dem Sportmagazin bestätigt, daß Jatta in Wirklichkeit Bakary Daffeh heiße, zweieinhalb Jahre älter als angegeben und damit bei seiner Einreise nach Deutschland volljährig gewesen sei. Bereits 2016 waren dem HSV dem Spiegel zufolge Zweifel an Jattas Identität bekannt geworden.

Proteste gegen Spielwertungen

Der 1. FC Nürnberg, der VfL Bochum und der Karlsruher SC hatten nach Niederlagen gegen den HSV Einspruch gegen die Wertung eingelegt, nachdem Jatta in diesen Spielen jeweils auf dem Platz stand. Bei einer Anhörung am 9. September will der 1. FC Nürnberg, der nach einer 0:4 Niederlage gegen die Hamburger Protest eingelegt hatte, einen Zeugen aufbieten, der die Zweifel an Jattas Identität untermauern soll. Es handelt sich dabei um den Präsidenten des senegalesischen Vereins Casa Sports, für den Daffeh bis Januar 2015 gespielt hat.

Beim Spiel gegen Hannover 96 am vergangenen Sonntag trat Jatta sogar als Torschütze in Erscheinung. Der Trainer des VfB Stuttgarts, Tim Walter, hatte die Vereine für die Einsprüche gegen die Spielwertung kritisiert. „Wenn ein Spiel gespielt ist und der Gegner hat gewonnen, hat er zurecht gewonnen. Wenn ich es dann noch mal notwendig habe, daß ich mir aufgrund irgendeines Umstands die Punkte ergaunern will, hat das mit Sport nichts zu tun.“ (tb)

Bakery Jatta beim Pokalspiel gegen den Chemnitzer FC Foto: picture alliance/Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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