Organsierte Kriminalität

Miri-Clan-Chef in den Libanon abgeschoben

BERLIN. Sicherheitskräfte haben einen der führenden Köpfe des berüchtigten Miri-Clans abgeschoben. Spezialkräfte der Polizei nahmen den Bremer Chef des Clans, Ibrahim Miri, in der Nacht zu Mittwoch in seiner Unterkunft in der Hansestadt fest und brachten ihn nach Berlin zum Flughafen Schönefeld, berichtet die Bild-Zeitung.

Von dort aus wurde er in den Libanon abgeschoben, wo er von den Behörden seines Heimatlandes in Empfang genommen wurde. „Die besagte Person war ausreisepflichtig und wurde abgeschoben“, sagte eine Sprecherin der Innenbehörde am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Seit mehr als zehn Jahren ausreisepflichtig

Der 46 Jahre alte Miri soll seit mehr als 13 Jahren ausreisepflichtig gewesen sein. 2014 war er wegen bandenmäßigen Drogenhandels zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Auch als Chef des verbotenen Rockerklubs Mongols MC Bremen hatte Ibrahim Miri für Schlagzeilen gesorgt.

Der Miri-Clan wird der organisierten Kriminalität zugerechnet. Den libanesischen und arabischstämmigen Großfamilien wird unter anderem Drogenhandel und Erpressung vorgeworfen. Als ihre Hochburgen gelten Bremen, Nordrhein-Westfalen und Berlin.

Die Innenministerkonferenz hatte sich im Juni darauf verständigt, den Druck auf kriminelle Clans zu erhöhen. Erwägt wird unter anderem, Clan-Mitgliedern, die Straftaten begehen, die deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) kündigte zudem an, einzelne Kriminelle in den Libanon abzuschieben. Dazu war der SPD-Politiker auch in den Libanon gereist, um mit den dortigen Behörden die Möglichkeit der Ausweisungen zu besprechen. Vorrangig benötigen die deutschen Stellen hierfür libanesische Pässe für die Rückführung. (krk)

Polizisten verhaften in Berlin ein Clan-Mitglied (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa

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