Hamburg

Jungfernstieg-Mord: Asylbewerber bekommt lebenslänglich

HAMBURG. Das Hamburger Landgericht hat den Asylbewerber Mourtala M. wegen Mordes an seiner Ex-Frau und seiner ein Jahre alten Tochter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Zudem stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest, meldet die Nachrichtenagentur dpa.

Der Mann aus dem westafrikanischen Niger hatte am 12. April vergangenen Jahres die fünffache Mutter und seine Tochter vor den Augen zahlreicher Passanten auf einem Bahnsteig am Jungfernstieg mit einem Messer getötet. Hintergrund für die Bluttat war nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ein Sorgerechtsstreit.

Während der Auseinandersetzung unmittelbar vor der Tat habe er laut einem Bericht des NDR immer wieder über seine Tochter gesagt, „sie ist mein Blut“. Der Angriff sei spontan aus dem Streit heraus erfolgt.

Unklarer Zeitpunkt für Abschiebung

Laut Anklage hatte der Asylbewerber zunächst seine Tochter nahezu enthauptet und anschließend die Mutter tödlich verletzt. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die zuständigen Behörden gerieten in die Kritik, da sie versuchten, Details des Verbrechens geheim zu halten.

Durch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Unklar bleibt jedoch, ob der Afrikaner die gesamte Strafe in Deutschland absitzen muß oder vorzeitig abgeschoben wird. (ag)

Der Angeklagte Mourtala M. wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt Foto: picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa/Pool/dpa

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