Aufenthaltserlaubnis bis 2019

Ex-Frau und Kind erstochen: Verdächtiger Nigrer gehörte zur Lampedusa-Gruppe

HAMBURG. Der aus dem Niger stammende mutmaßliche Täter, der in Hamburg seine Ex-Frau und seine kleine Tochter erstochen haben soll, kam als Teil der sogenannten Lampedusa-Gruppe nach Hamburg. Nach übereinstimmenden Berichten des Hamburger Abendblatts und der Bild-Zeitung soll sich Mourtala M. seit April 2013 in Hamburg aufhalten und in einer Kirche in St. Pauli Kirchenasyl erhalten haben. Er wird am heutigen Freitag einem Haftrichter vorgeführt.

Der 33 Jahre alte Mann wird verdächtigt, am Donnerstag vormittag seine einjährige Tochter und seine Ex-Frau mit einem Messer vor den Augen zahlreicher Fahrgäste am Bahnhof Jungfernstieg tödlich verletzt zu haben. Der Verdächtige setzte anschließend einen Notruf ab und wurde wenig später in der Nähe des Tatorts festgenommen. Das Kind starb am Tatort, die 34jährige Mutter erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa ging der tödlichen Attacke ein Rechtsstreit voraus. „Es gibt ein familiengerichtliches Verfahren“, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen am Freitag der dpa. Der Vater hatte demnach das Sorgerecht für seine Tochter beantragt. Ihm sei jedoch einen Tag vor der Tat am Amtsgericht St. Georg signalisiert worden, daß er dies wohl nicht bekommen würde.

Aufenthaltserlaubnis bis 2019 nach Geburt von Tochter

Nach seiner Zeit auf dem Kirchengelände soll Mourtala M. für mehrere Monate in einer Flüchtlingsunterkunft in Farmsen-Berne gelebt haben. Eine Entscheidung über seinen Aufenthaltstitel wurde jedoch erst vergangenes Jahr getroffen. Damals war seine Tochter geboren worden, wodurch er eine befristete Aufenthaltserlaubnis bis 2019 erhielt.

„Wir haben uns seit langem nicht gesehen. Er war keiner derjenigen, die sich nach der damaligen Situation noch regelmäßig an den Treffen beteiligt haben“, sagte Pastor Sieghard Wilm dem Hamburger Abendblatt. Die Nachricht von dem mutmaßlichen Verbrechen sei nicht nur für ihn ein Schlag, sondern auch für andere Mitglieder der damaligen Lampedusa-Gruppe.

„Wir haben noch vor einigen Tagen zusammengesessen, um das fünfte Jubiläum zu planen.“ Die Gruppe unterhalte nach wie vor ein Zelt auf dem Gelände. Wilm befürchte nun, daß die Tat eines einzelnen sich nun auf den Ruf aller Lampedusa-Flüchtlinge auswirken könnte. (ls)

Notärzte versorgen die beiden Verletzten: Kind starb am Tatort Foto: dpa

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