Finanzielle Anreize für Quotenregelung

Integrationsbeauftragte: Frauen sollen Hälfte der Plätze auf Wahllisten bekommen

BERLIN. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat gefordert, Listenplätze für Wahlen künftig zur Hälfte mit Frauen zu besetzen. „Für Listenplätze brauchen wir ein Reißverschlußverfahren, nach dem die Listen verbindlich zur Hälfte mit Frauen besetzt werden – und zwar gleichermaßen auf vorderen, mittleren und hinteren Plätzen“, sagte sie der Rheinischen Post.

Um dies umzusetzen, brachte sie finanzielle Anreize ins Spiel. „Zum Beispiel könnte es zusätzliche Finanzmittel geben, wenn ein Landesverband die Zielvorgaben bei der Aufstellung von Frauen erfüllt. Solche Modelle laufen in der Wirtschaft gut. Parteien können davon lernen“, betonte die Vorsitzende der Frauen Union.

„Integrationsoffensive“ soll Migrantinnen fördern

Zugleich kritisierte Widmann-Mauz, das innerhalb ihrer Partei das 1996 eingeführte Frauen-Quorum von einem Drittel werde nur als „unverbindliche Obergrenze“ für die Frauenbeteiligung angesehen. Das sei nicht mehr zeitgemäß.

Auch in der Migrationspolitik sprach sich die Christdemokratin für einen verstärkten Einsatz für Frauen aus. Durch eine „Integrationsoffensive“ sollten mehr weibliche Flüchtlinge eine Beschäftigung finden. In dem Zusammenhang wies sie daraufhin, daß mehr als die Hälfte der Flüchtlinge mit festem Job als Fachkräfte tätig seien. (ag)

Die Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz (CDU) will Landesverbände finanziell belohnen, die ihre Wahllisten zur Hälfte mit Frauen besetzen Foto: picture alliance/Nicolas Armer/dpa

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