Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa
Klimapolitik

Deutsche Umwelthilfe: Regierung von Autoindustrie gesteuert

HANNOVER. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat der Bundesregierung vorgeworfen, sie sei von der Autoindustrie gesteuert. „BMW, Daimler und VW setzten weiterhin auf immer größere, schwerere und klimaschädliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren – und die von ihnen ferngesteuerte Bundesregierung läßt sie gewähren“, kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch in einer Stellungnahme. Zugleich warf die Umwelthilfe den deutschen Autobauern vor, falsche Schwerpunkte zu setzen und nicht die Produktion von Elektroautos zu stärken.

Vor dem Hintergrund der im September stattfindenden Internationalen Automobilausstellung attackierte die DUH die deutschen Autokonzerne. „Als gebe es keine sterbenden Wälder, schmelzende Gletscher und vergiftete Luft in den Innenstädten, zelebrieren die deutschen Autokonzerne mit dem SUV als Stadt-Geländewagen das wohl absurdeste Mobilitätsangebot auf deutschen Asphaltstraßen“, kritisierte der Abmahnverein.

Tempolimits „um Wettbewerbsfähigkeit von E-Fahrzeugen zu verbessern“

Um den Klimaschutz zu verbessern, entwarf die Organisation einen zwölf-Punkte-Plan. Darin fordert sie unter anderem Tempolimits, ein Verbot von Neuzulassungen von PKWs mit Verbrennungsmotoren in Deutschland ab 2025 und den Umstieg der Verbraucher auf Elektro-Autos. Idealerweise sollten die Deutschen auf PKWs verzichten und stattdessen öffentliche Verkehrsmittel nutzen, heißt es in dem Papier.

„Wir steuern mit Vollgas auf den Klima-Kollaps zu“, warnte die stellvertretende Geschäftsführerin der DUH, Barbara Metz. Zugleich warf sie der Bundesregierung vor, die Dringlichkeit der Lage nicht zu erkennen. Daher richteten sich sieben Forderungen des Plans direkt an die Koalition aus CDU/CSU und SPD. So solle unter anderem beschlossen werden, Dienstwagen nicht mehr von der Steuer absetzen zu können. Außerdem solle innerorts ein Tempolimit von 30 km/h gelten, „um die Wettbewerbsfähigkeit von E-Fahrzeugen zu verbessern“.

Verkehrswissenschaftler: DUH wird scheitern

Zu den vier Forderungen der Umwelthilfe an die deutschen Automobilhersteller gehört unter anderem, diese sollen keine SUVs mehr verkaufen. Laut der DUH handelt es sich dabei um besonders klimaschädigende Wagen.

Der Verkehrswissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer wies die Vorwürfe der Umwelthilfe zurück und sagte ein Scheitern ihrer Forderungen voraus. „Die Deutsche Umwelthilfe wird mit diesen weltfremden Thesen scheitern“, sagte er der Welt. Es sei zudem falsch, daß die deutschen Autobauer die Elektromobilität vernachlässige. Die Konzerne wüßten, dies sei die Zukunft.

Die DUH kämpft mit Abmahnungen und Fahrverboten gegen die deutsche Autoindustrie. Da sie in der Vergangenheit von ausländischen Elektroautoherstellern finanziell unterstützt wurde, war sie wiederholt in die Kritik geraten. (ag)

Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa

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