Clan-Chef Ibrahim Miri wurde vom Flughafen Bremen aus in den Libanon abgeschoben Foto: picture alliance/Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Abschiebung in den Libanon

Clan-Chef Miri: Behörden haben Papiere gefälscht

BEIRUT. Der Clan-Chef Ibrahim Miri hat den Behörden vorgeworfen, zur Durchsetzung seiner Abschiebung in den Libanon Dokumente gefälscht zu haben. „Ich glaube, diese Papiere wurden gefälscht. Und es ist viel Geld geflossen an die libanesischen Behörden, die mich hier aufgenommen haben“, sagte er in einem WhatsApp-Interview mit dem NDR und der Süddeutschen Zeitung.

Miri, der unter anderem wegen Drogenhandels 19mal verurteilt wurde, war in der Nacht auf Sonnabend ausgewiesen worden. Es war die zweite Abschiebung des ehemaligen Chefs der Rockergruppe Mongols Bremen innerhalb eines halben Jahres. Das Bundesinnenministerium teilte mit, libanesische Stellen hätten die Dokumente für die Einreise des Clan-Chefs ausgestellt.

„Ich bin kein Monster“

Er habe nicht erwartet, daß die deutschen Behörden „so auf mich losgehen, als ob ich jetzt der schlimmste Verbrecher wäre“, äußerte Miri. „Die Presse beschreibt mich als Monster. Aber ich bin kein Monster, ich bin ein normaler Mensch.“ Es gebe auch keinen kriminellen Miri-Clan, betonte er.

Im Libanon sei sein Leben bedroht, beklagte er. „Die deutschen Behörden wissen das auch, was passiert: Entweder werde ich verschleppt oder umgebracht.“ Er traue sich nicht mehr aus dem Haus. Zwar habe er in der Vergangenheit Straftaten begangen, aber er wolle nun ein anderes Leben führen. „Ich wollte diesen Wandel wegen meiner Familie.“ (ag)

Clan-Chef Ibrahim Miri wurde vom Flughafen Bremen aus in den Libanon abgeschoben Foto: picture alliance/Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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