Generalbundesanwaltschaft

Bundeswehr: Deutsch-Afghane soll für den Iran spioniert haben

BERLIN. Generalbundesanwalt Peter Frank ermittelt gegen einen afghanischen Bundeswehrmitarbeiter mit deutschem Paß, der für den Iran spioniert haben soll. Der 50 Jahre alte Abdul-Hamid S. hat bei der Truppe zuletzt als Sprachauswerter und landeskundlicher Berater gearbeitet. Er wurde am Dienstag m Rheinland festgenommen und soll nach Informationen des Spiegel bereits seit Jahren für die Regierung in Teheran gearbeitet haben.

Er sei „dringend verdächtig, für einen ausländischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein“, teilte der Generalbundesanwalt mit. Die Daten, die er weitergegeben haben soll, seien „hochsensibel“ gewesen. Unter anderem hatte S. dem Bericht zufolge Zugang zu Material über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Der iranische Geheimdienst ist laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz einer der aktivsten in Deutschland.

Im vergangenen Jahr hatte das Bundesverteidigungsministerium angekündigt, angesichts des Nachwuchsmangels gezielt Ausländer für die Truppe anzuwerben. SPD-Verteidigungsexperte Karl-Heinz Brunner warnte damals, wenn auch Bürger aus Nicht-EU-Staaten zur Bundeswehr zugelassen würden, drohe die Bundeswehr „zu einer Art Söldnerarmee zu werden“. (tb)

Bundeswehrsoldaten im Feldlager Camp Marmal in Masar-i-Scharif Foto: picture alliance/ dpa

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