Ausländer in der Bundeswehr

Armee vor dem Offenbarungseid

Bevor sie einen kapitalen Fehler eingestehen, setzen Politiker lieber einen noch kapitaleren obendrauf. Die Absicht des Bundesverteidigungsministeriums, zur Behebung des Nachwuchsmangels bei der Bundeswehr Ausländer anzuwerben, ist dafür ein Paradebeispiel. Klarer kann man das Signal nicht aussenden, daß Deutschland samt seiner Armee aus dem letzten Loch pfeift.

Der Nachwuchsmangel hat eine einfach zu benennende Ursache: die „Aussetzung“ der Wehrpflicht durch einen schon wieder vergessenen Verteidigungsminister einer früheren Merkel-Regierung. Funktionierende Wehrpflichtarmeen haben den Vorteil, aus einem breiten Spektrum der Bevölkerung schöpfen zu können. So mancher Wehrpflichtige, der sich das als Zivilist im Traum nicht vorstellen konnte, kommt während der Dienstzeit auf den Geschmack und verpflichtet sich als Berufssoldat.

Gefahr einer Söldnerarmee

Eine Berufsarmee lockt dagegen nur bestimmte Bevölkerungsgruppen an. Je geiziger sie zahlt, je schlechter die Ausrüstung und je mieser das Image ist, desto schwerer hat sie es, überhaupt gute Leute zu gewinnen. Private Militärfirmen haben dieses Problem übrigens nicht. Die Bundeswehr offenbar ganz massiv. Zumal ihre politische Führung die soldatischen Typen, die sich vom Militär am ehesten angesprochen fühlen, eigentlich gar nicht mag: Die sind ja oft so politisch unkorrekt.

Die Öffnung der Bundeswehr für ausländische Staatsangehörige wird diese Misere noch verschärfen. Die letzte Verbindung zum „Staatsbürger in Uniform“ wird gekappt. Wir nehmen jeden, und als Prämie gibt’s den deutschen Paß obendrauf – das riecht nach Söldnerarmee, nach Fremdenlegion.

Im Sozialparadies Deutschland bekommen Einwanderer allerdings fast alles auch ohne deutschen Paß. Potentielle Rekruten aus aller Herren Länder könnten daher auch ganz andere Motive anlocken. Vielleicht schickt sich die Bundeswehr ja gerade an, den Nukleus künftiger Dschihad-Kampfgruppen und Bürgerkriegsmilizen militärisch auszubilden und zu bewaffnen.

Wehrpflicht wieder einführen

Personal dafür ist in den vergangenen Jahren ja zur Genüge ins Land geströmt. Zwar mahnt ein CSU-Verteidigungspolitiker, im Falle einer solchen Öffnung müsse „bei jedem Soldaten das besondere Treueverhältnis gesichert“ sein. Aber traut man das einem Staat noch zu, der nicht mal weiß und wissen will, wer da alles so über seine Grenzen ein- und ausgeht? Oder geht es gar darum, die Bundeswehr schon einmal prophylaktisch zu „europäisieren“, um bei nächster Gelegenheit den Garanten des staatlichen Gewaltmonopols nach außen an der Brüsseler Garderobe abliefern zu können? Aus Kostengründen, versteht sich.

Wenn es aber tatsächlich um die Personalnot ginge: Die ließe sich am einfachsten beheben, indem die seit Jahren ausgesetzte Wehrpflicht wieder in Kraft gesetzt würde. Am besten mit einer Dienstzeit, die lang genug ist, um den Rekruten eine solide Grund- und Spezialausbildung zukommen zu lassen.

Dazu aber müßte man erst einmal zugeben, daß die handstreichartige Aussetzung der Wehrpflicht durch jenen Freiherrn, der schon längst über die Atlantikbrücke verschwunden ist, eine kapitale Fehlentscheidung war. Aber weil Politiker bekanntlich niemals irren, fährt das Verteidigungsministerium offenbar die Bundeswehr lieber vollends an die Wand, bevor es eine frühere Fehlentscheidung zurücknimmt. Ausbaden muß das nicht nur die Truppe, sondern wir alle.

Soldaten der Bundeswehr bei einem feierlichen Gelöbnis in Thüringen Foto: picture alliance/dpa

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