70 Jahre Berliner Luftbrücke

Berliner Senat gerät nach verpatzten Feierlichkeiten in die Kritik

BERLIN. Im Streit um die Gedenkfeiern zum 70. Jubiläum der Berliner Luftbrücke haben sich der Senat und die Organisatoren gegenseitig dafür verantwortlich gemacht, daß die historischen Flugzeuge nicht in der Hauptstadt landen durften. Der Vorsitzende des Vereins „Luftbrücke 70“, Thomas Keller, sagte der Berliner Morgenpost, er habe vom Senat keine Unterstützung für das Vorhaben erhalten.

Ein Sprecher des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller (SPD), betonte gegenüber der Bild-Zeitung, notwendige Unterlagen für eine Landung der Maschinen auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof seien nicht vollständig abgegeben worden. Daher blieb es am Sonntag nur beim Überflug der Hauptstadt durch die 20 sogenannten Rosinenbomber.

Verwundert über den Streit äußerte sich eine Sprecherin der US-Botschaft. „Die aktuelle Verwirrung über die Vergabe der jeweiligen Genehmigungen läßt uns etwas ratlos zurück.“

US-Piloten reagieren verärgert

Ehemalige Piloten der US-Luftwaffe, die zum Jubiläum angereist waren, bedauerten die Entscheidung der rot-rot-grünen Berliner Stadtregierung. US-Pilot Gail Halvorsen, der damals eine der Maschinen flog, sagte: „Damals hatte die Regierung nichts dagegen, daß wir hier landen.“

US-Flieger Sherman Smoot warf der Berliner Regierung vor, die Landung der Flugzeuge vom Typ Douglas DC-3/C-47 bewußt verhindert zu haben. „Ich bin sehr verärgert über die Entscheidung. Berlin sollte damals von den Sozialisten ausgehungert werden. Jetzt regieren sie und treffen diese Entscheidung. Das ist ein Haufen Pferdesch…“

Mittels der Berliner Luftbrücke versorgten die Westalliierten vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 die Westsektoren der Stadt mit ihren 2,2 Millionen Einwohnern. Anlaß für die Maßnahme war die Blockade der Stadt durch die Sowjetunion. (ag)

Einige der sogenannten Rosinenbomber überflogen das Tempelhofer Feld in Berlin und erinnerten so an die Luftbrücke vor 70 Jahren Foto: picture alliance/Paul Zinken/dpa

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