Tino Chrupalla, Bundestagsabgeordneter der AfD, auf dem Parteitag. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
AfD-Bundesparteitag

AfD wählt Meuthen und Chrupalla zu Parteivorsitzenden

BRAUNSCHWEIG. Die in Braunschweig versammelten Delegierten der AfD haben Jörg Meuten und Tino Chrupalla zu Vorsitzenden der Partei gewählt. Meuthen konnte sich mit 69,18 Prozent gegen Nicole Höchst und Wolfgang Gedeon durchsetzen. Chrupalla wurde im zweiten Wahlgang von 54 Prozent der Delegierten gewählt.

Chrupalla wurde Nachfolger auf Alexander Gaulands Posten. Er setzte sich gegen Gottfried Curio und Dana Guth durch. Der Malermeister aus Sachsen bewarb seine Kandidatur betont bodenständig und auf Ausgleich bedacht. Er stehe: „für eine Doppelspitze aus Ost und West, Handwerker und Akademiker.“ Gauland hatte zuvor bekannt gegeben, daß er nicht mehr kandidieren wolle. Er benannte Chrupalla als seinen Wunsch-Nachfolger.

Unvereinbarkeit mit Identitären bleibt bestehen

Als stellvertretende Vorsitzende sind Alice Weidel, Stephan Brandner und Beatrix von Storch gewählt worden. Brandner und von Storch ersetzen so die ehemaligen Vizes Albrecht Glaser und Georg Pazderski. Beide konnten in mehreren Wahlgängen keine Mehrheit auf sich vereinen. Wiedergewählt wurde als Schatzmeister Klaus Fohrmann. Er ist bisher der einzige der „100 gegen Höcke“ des alten Bundesvorstands, dem das gelungen ist. Carsten Hütter aus Sachsen ist Stellvertretender Schatzmeister. Frank Pasemann, als Kandidat des Flügels ins Rennen geschickt, wurde nicht wiedergewählt.

Neben der Wahl zum Bundesvorstand entschieden die Delegierten die Identitäre Bewegung nicht von der sogenannten Unvereinbarkeitsliste zu streichen. Die Mehrheit der Delegierten lehnte es ab, einen dementsprechenden Antrag auf die Tagesordnung zu setzen. Aktive oder ehemalige Mitglieder von Organisationen, die auf dieser Liste stehen, werden nicht in die AfD aufgenommen.

Gauland zeigt sich zufrieden

Meuthen zielte in seiner Bewerbungsrede auf eine mögliche Regierungsverantwortung: „Wir müssen nun regierungsfähig und -willig werden!“ Er mahnte, „für eine Rechtsaußenpartei“ stehe er nicht zur Verfügung. Der alte und neue Vorsitzende der Partei damit schlug in die selbe Kerbe wie Alexander Gauland, der in der Eröffnungsrede davon sprach, die Partei müsse eine „patriotische, demokratische und bürgerliche Volkspartei“ bleiben. Der Traum einiger weniger von einer „kleinen sozialrevolutionären Partei“ sei unrealistisch, so Gauland. „Wir Deutsche sind nicht gut in Revolutionen.“ Und könnten sich die verbliebenen Konservativen in den Unionsparteien durchsetzen und zu einer „vernunftgeleiteten nationalen Politik“ zurückfinden, kämen sie bei der Suche nach einem Partner an der AfD nicht vorbei.

Unterstützung erhielt Chrupalla auch von der Vize-Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel. Sie sagte gegenüber Medienvertretern, die Wahl des sächsischen Bundestagsabgeordneten wäre „ein Zeichen des Respekts auch gegenüber Gauland“ und seinen Verdiensten als Brückenbauer. Chrupalla habe ein Direktmandat im Bundestag, darüber hinaus schätze sie ihn als Teamspieler, der integrierend wirke. Thüringens Landeschef Björn Höcke sagte, er wünsche sich in erster Linie eine angemessene Vertretung des Ostens im Bundesvorstand. Dafür könne er sich Gaulands Wunsch-Nachfolger gut vorstellen.

Nach den Wahlen zeigte sich Ex-Vorsitzender Gauland sichtlich zufrieden.  Der JUNGEN FREIHEIT sagte er: „Es läuft besser, als ich erwartet hätte!“ Mit Gauland ist der letzte der Parteigründer aus dem Vorstand ausgeschieden. (mp)

Tino Chrupalla, Bundestagsabgeordneter der AfD, auf dem Parteitag. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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