Modellprojekt wird ausgeweitet

Tablets für Berliner Häftlinge

BERLIN. Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) will Häftlinge in Berliner Gefängnissen mit Tablets ausstatten. Als erster Schritt dahin soll ein Modellprojekt mit 70 Häftlingen der Justizvollzugsanstalt Heidering ausgeweitet werden. Diese durften seit Juni Tablets auch in ihrer Zelle benutzen. Für die Testphase hatte der Berliner Senat der Berliner Morgenpost zufolge 1,3 Millionen Euro bereitgestellt.

„Die Vorbereitung auf ein Leben nach der Haft ist ohne einen Internetzugang kaum mehr möglich“, sagte Behrend laut einem Bericht des rbb. Gefangene müßten sich etwa um Wohnung und Arbeit kümmern und sich mit vielen Behörden auseinandersetzen, begründete Behrendt den Vorstoß. Auch Sprachunterricht über das Internet sei wichtig, da viele Gefangene kein Deutsch sprächen.

Nach der Ausdehnung des Pilotprojekts ist das Ziel, alle 4.000 Häftlinge mit Tablets auszustatten. Vor allem technische Probleme stehen dabei bisher noch im Weg. „Gefängnismauern sind bekanntlich sehr dick und machen den WLAN-Empfang sehr schwer“, erklärte der Pressesprecher von Behrendts Ministerium dem rbb die Problemlage. In Zukunft werde das Internet aber für Gefangene eine ähnliche Selbstverständlichkeit werden wie Fernseher und Telefone heute. (tb)

Beamte in einer JVA (Symbolbild) Foto: picture alliance/Christophe Gateau/dpa

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