Schleswig-Holstein

Protest gegen Gesinnungstest bei Feuerwehren

KIEL. Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein hat die Befragung seiner Mitglieder nach deren politischer Gesinnung zurückgezogen. Auslöser für den Schritt war Kritik der befragten Feuerwehrleute an den Inhalten der Umfrage. Daraufhin kassierte Landesbrandmeister Frank Homrich den Fragebogen am Dienstag.

In der Auflistung, die am Montag auf der Seite des Feuerwehrverbandes veröffentlicht worden war, ging es unter anderem um die Gesinnung der Brandbekämpfer. Diese Fragen seien von Teilen der Helfer als „stigmatisierend“, „ehrverletzend“ und „beleidigend“ empfunden worden, schreiben die Kieler Nachrichten.

Innenminister hat Verständnis für Feuerwehrleute

So sollte beispielsweise bewertet werden, ob sich Frauen „wieder mehr auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter besinnen“ sollten. Weitere Fragen drehten sich um die Thesen, ob „unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform“ sei und Deutschland „durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ werde.

Die Fragen waren in Zusammenarbeit der Fachhochschule Kiel, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung konzipiert worden. Der Verband wollte so feststellen, ob es rechtspopulistische Tendenzen in den Wehren gebe.

Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) teilte die Empörung der Feuerwehrleute über die Fragen. „Ich habe großes Verständnis dafür, daß viele die Formulierung der Fragen als Zumutung empfinden. Auch ich empfinde es genauso“. (ag)

Übung einer Freiwilligen Feuerwehr in Schleswig-Holstein (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa

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