Islam und Union

Integrationsbeauftragte: Muslime in der CDU willkommen

BERLIN. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat Äußerungen der CDU-Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann zum Islam scharf verurteilt. „Solche Aussagen sind falsch, unvereinbar mit unserem Grundsatzprogramm und entwerten den Einsatz aller Muslime, die sich in der CDU engagieren“, sagte Widmann-Mauz der Bild-Zeitung.

Die CDU sei eine Volkspartei und offen für jeden, der Würde, Freiheit und Gleichheit aller Menschen anerkennt. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon der sächsische CDU-Abgeordnete Marco Wanderwitz geäußert.

Bellmann hatte gegenüber der JUNGEN FREIHEIT gesagt, sie halte den islamischen Glauben nicht für vereinbar mit der Mitgliedschaft in der Union. Das gelte auch für säkulare Moslems.

„Rassistische Hetze“

Scharfe Kritik an Bellmann kam aus der Linkspartei. Deren Vorsitzender Bernd Riexinger hielt Bellmann vor, sie hetze gegen Moslems.

Der Linken-Abgeordnete Niema Movassat ‏riet Bellmann, in die AfD einzutreten und „dort ihrem antimuslimischen Rassismus auszuleben“.

Der Linken-Abgeordnete Lorenz Gösta Beutin aus Schleswig-Holstein warf Bellmann zudem vor, sie setze auf „Rassenkunde“, um die „CDU islamfrei zu halten. Dies sei rassistische Hetze und verfassungsfeindlich.

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Konstantin Kuhle, forderte die Unionsfraktion zum Handeln auf. Die Union müsse sich dringend von diesem „gefährlichen Unsinn distanzieren“, schrieber auf Twitter. „Wir brauchen in allen demokratischen Parteien mehr Menschen mit vielfältigerem Hintergrund“, forderte er.

(krk)

Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz: Muslime in der CDU willkommen Foto: picture alliance / AA / Geisler-Fotopress / JF-Montage

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

All articles loaded
No more articles to load

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load