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Generalbundesanwalt Peter Frank Foto: picture alliance/dpa

Peter Frank
 

Generalbundesanwalt: Terrorgefahr bestand schon vor Flüchtlingskrise

DÜSSELDORF. Die Flüchtlingswelle 2015 hat nach Ansicht von Generalbundesanwalt Peter Frank nicht zu einer Erhöhung der Terrorgefahr in Deutschland geführt. Islamischer Terrorismus sei auch schon vor 2015 eine Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland gewesen, sagte Frank der Rheinischen Post.

„Islamistischer Terrorismus ist nichts, was erst im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen ist. Der islamistische Terrorismus war schon vorher hier. Der bislang größte islamistische Terroranschlag weltweit, der Anschlag auf das World-Trade-Center in New York am 11. September 2001, ist hier bei uns in Deutschland geplant worden.“

Anschlagsgefahr: „Alles ist möglich“

Auch in den Jahren danach hätten Islamisten immer wieder versucht, Anschläge in Deutschland zu begehen. So zum Beispiel die Sauerland-Gruppe 2007. „Es wäre daher völlig verfehlt, jeden Flüchtling zu verdächtigen, ein islamistischer Terrorist zu sein.“ Allerdings sei auch bekannt, daß der IS die Flüchtlingsbewegung mißbrauche und auf diesem Weg Personen nach Westeuropa geschleust habe.

Feste stehe jedenfalls, daß Deutschland weiterhin ein Feindbild islamistischer Terrororganisationen sei, allen voran des IS. Aber auch Al Qaida dürfe man nicht unterschätzen. Die Sicherheitsbehörden müßten sich auf verschiedene Anschlagsszenarien einstellen. „Auf komplexe Anschläge von professionell agierenden Zellen, wie beispielsweise in Paris 2015, aber auch von Einzelpersonen, die nicht als Terroristen zu uns gekommen sind, die sich aber bei uns radikalisieren und beispielsweise wie in Hamburg mit einem einfachen Messer einen Anschlag begehen. Alles ist möglich“, warnte Frank. (krk)

Generalbundesanwalt Peter Frank Foto: picture alliance/dpa
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