Neue DNS-Treffer

Freiburger Gruppenvergewaltigung: Polizei sucht zwei weitere Verdächtige

FREIBURG. Im Fall der Freiburger Gruppenvergewaltigung fahndet die Polizei nach zwei weiteren Tatverdächtigen. Die Ermittler hätten an der Kleidung des Opfers zwei DNS-Spuren gesichert, die weder den bislang acht in Haft sitzenden mutmaßlichen Tätern zugeordnet werden könnten, noch der Freundin des Opfers. Daher gehe man nach derzeitigem Stand davon aus, daß es sich um die DNS zweier weiterer Tatbeteiligter handele, sagte der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizeidirektion Freiburg, Bernd Belle, am Freitag auf einer Pressekonferenz.

Der Fall hatte seit Bekanntwerden vergangener Woche deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Mitte Oktober war eine junge Frau in der Universitätsstadt von mehreren Männern vergewaltigt worden. Die 18 Jahre alte Studentin hatte zuvor in einer Disko gefeiert, wo ihr einer der Täter ein Getränk gab, das vermutlich Drogen enthielt. Danach vergingen sich mindestens acht Männer an der wehrlosen Frau.

Bei ihnen handelt es sich um einen deutschen Staatsbürger und sieben Asylbewerber aus Syrien, die allesamt polizeibekannt sind. Laut Oberstaatsanwalt Michael Mächtel gebe es bereits gegen zwei der in Haft befindlichen Tatverdächtigen „ein Ermittlungsverfahren mit Sexualbezug“. Auch prüfe man, ob der mutmaßliche syrische Haupttäter Majd H. wirklich erst 22 Jahre alt sei.

Polizei verzeichnet starken Anstieg an Sexualdelikten

Laut Bild-Zeitung wird er beschuldigt, 2017 mit zwei weiteren Männern eine Frau in seiner Wohnung vergewaltigt zu haben. Einer der Mittäter soll ebenfalls an der Gruppenvergewaltigung der 18jährigen Studentin beteiligt gewesen sein.

Zudem stünden er sowie zwei weitere Tatverdächtige im Verdacht, in Syrien für die kurdischen Rebellengruppen YPG oder PKK gekämpft zu haben. Dies legten laut Belle Fotos nahe, auf denen sich die drei Männer mit Waffen im syrischen Kriegsgebiet präsentieren. Man habe daher die Generalstaatsanwaltschaft in Karlsruhe informiert.

Nach Angaben von Freiburgs Polizeipräsident Bernhard Rotzinger verzeichnen die Beamten in diesem Jahr erneut einen starken Anstieg von Sexualdelikten in Freiburg. Diesen Trend habe es schon im vergangenen Jahr gegeben. Damals habe man das aber unter anderem auf eine Änderung des Strafgesetzbuches sowie ein gestiegenes Anzeigeverhalten zurückgeführt. Diese Erklärung greife jetzt nicht mehr.

Die Tatverdächtigen bei den Sexualdelikten seien zu knapp über 50 Prozent Nichtdeutsche, und das, obwohl der ausländischen Bevölkerung in Freiburg nur 17 Prozent betrage. Dies sage er so deutlich, erläuterte Rotzinger, damit die Freiburger Bürger die Gewißheit hätten, daß die Polizei ihnen solche Zahlen und Fakten nicht verschweige. (krk)

Polizeifahrzeug in der Freiburger Innenstadt vor dem Martinstor Foto: picture alliance/Patrick Seeger/dpa

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