Aufnahme weiterer Flüchtlinge

Düsseldorfer Oberbürgermeister bekräftigt Asylangebot

DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat sein Angebot verteidigt, weitere Flüchtlinge in der Stadt aufzunehmen. Es gehe darum, ein Signal zu setzen. „Humanität ist nicht verhandelbar“, sagte er dem WDR.

Derzeit kämen nicht zu viele Asylbewerber nach Deutschland, daher könne die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen weitere Menschen aufnehmen. „Der Zustrom von Flüchtlingen ist deutlich zurückgegangen, und wir haben freie Kapazitäten“, betonte der Sozialdemokrat.

„Das ist einer zivilisierten Nation unwürdig“

Geisel widersprach Einwänden, wonach solche Aufrufe möglicherweise mehr Menschen zur gefährlichen Reise nach Europa bewegen würden. „Wir können nicht akzeptieren, daß Menschen im Mittelmeer ertrinken. Das ist einer zivilisierten Nation unwürdig.“

Er habe auch ablehnende Zuschriften bis hin zu Morddrohungen erhalten, fügte Geisel hinzu. Das mache ihn betroffen. „Man hat ein bißchen den Eindruck, daß Dinge, von denen man dachte, daß wir sie historisch überwunden haben, offenbar wieder hoffähig sind.“

Ende Juli hatte Geisel gemeinsam mit den Oberbürgermeistern von Köln und Bonn in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Aufnahme weiterer Asylbewerber angeboten. Zugleich kritisierten sie die „Behinderung und Kriminalisierung von privaten Initiativen zur Seenotrettung“. (ag)

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) Foto: (c) dpa

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