Transsexueller beim Messestand der Bundeswehr auf der „Ostbayernschau“ Fotos: Twitter-Screenshots
„Vielfalt in allen Bereichen“

Bundeswehr verteidigt Transsexuellen an Messestand

BERLIN. Die Bundeswehr hat den Einsatz eines Transsexuellen beim Stand auf einer Verbraucherausstellung in Bayern verteidigt. „Die Qualität der militärischen Aufgabenerfüllung wird nicht an der sexuellen Orientierung oder Identität des Einzelnen gemessen“, sagte ein Sprecher der Bundeswehr in Köln der JUNGEN FREIHEIT.

Die geschlechtliche, sexuelle, ethnische sowie religiöse Vielfalt und „die damit einhergehenden unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen“ würden als Gewinn begriffen. „Selbstverständlich spiegelt sich diese Vielfalt in allen Bereichen der Bundeswehr, auch bei Präsentationen der Bundeswehr auf Messen, wider“, verdeutlichte der Sprecher. „Im Sinne der Gleichbehandlung duldet die Bundeswehr keinerlei Diskriminierungen jedweder Art.“

AfD kritisiert Bundeswehr scharf

Hintergrund ist der Auftritt eines transsexuellen Soldaten auf der vom 11. bis 19. August stattfindenden „Ostbayernschau“ im niederbayerischen Straubing. Mehrere AfD-Politiker und zahlreiche Facebook- und Twitter-Nutzer hatten Fotos des Soldaten auf der Messe verbreitet und die Bundeswehr scharf kritisiert.

„Und wieder einmal denkt man, man sei im Tollhaus! Ist man aber nicht, auch nicht auf dem Christopher Street Day oder auf der lokalen Transenparty – das war auf der ‘Ostbayernschau’“, kommentierte die Straubinger AfD-Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga auf Facebook. Der Thüringer AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Rudy schrieb höhnisch: „Früher hat die Welt vor deutschen Soldaten gezittert, ich denke, daß die Bundeswehr nun unseren Nachbarn keine Angst mehr machen wird.“ Miazgas Eintrag wurde von Facebook gelöscht. (ls)

Transsexueller beim Messestand der Bundeswehr auf der „Ostbayernschau“ Fotos: Twitter-Screenshots

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