INSA-Umfrage

Das AfD-Problem mit dem rechten Rand

Ein erheblicher Teil der AfD-Wähler wünscht sich eine deutlichere Abgrenzung der Partei nach rechts. Dies ergab eine im Auftrag der JUNGEN FREIHEIT Anfang der Woche erstellte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA. Dazu wurden 2.066 Personen zwischen dem 16. und 19. März befragt.

Auf die Frage „Sollte sich die AfD Ihrer Meinung nach stärker vom rechten Rand abgrenzen?“ antworteten von allen Befragten 38 Prozent mit „Ja“, von den aktuellen AfD-Wählern stimmten 45 Prozent dieser Auffassung zu. Von den Personen, die die AfD derzeit nicht wählen, sich dies jedoch potentiell vorstellen können, bejahten 59 Prozent diese Frage. Lediglich 29 Prozent der AfD-Wähler und 19 Prozent der potentiellen AfD-Wähler verneinten diese Forderung.


Während die AfD in der aktuellen Sonntagsfrage bei INSA 15 Prozent wählen würden, beschränkt sich das zusätzlich derzeit erreichbare Spektrum in der Potential-Analyse auf weitere vier Prozentpunkte. Wie groß die Sympathien sind, zeigt die Frage, ob „Sie es persönlich gut finden, daß die AfD im Deutschen Bundestag vertreten ist“. Hier antworteten immerhin 28 Prozent der Befragten mit „Ja“. Die größte Zustimmung – neben AfD-Anhängern – findet sich bemerkenswerterweise bei FDP-Wählern, die diese Frage zu 39 Prozent bejahen.


Welches Potential die AfD durch Provokationen riskiert, ist ein weiterer häufig diskutierter Punkt. INSA ermittelte, ob die Befragten die AfD wählen würden mit dem derzeitigen Parteiprogramm, jedoch einmal mit dem Zusatz „und ich finde das provokative Auftreten der AfD gut“. Die zweite Antwortoption lautete mit dem Zusatz „wenn die AfD weniger provokativ auftreten“ würde. Elf Prozent aller Befragten bejahten den provokativen Ansatz, zehn weitere Prozent den Ansatz mit weniger Provokation. In Summe ergäbe dies eine Zustimmung zur AfD von 21 Prozent – 15 Prozent schöpft die AfD derzeit nur aus. Immerhin 30 Prozent der bestehenden AfD-Wähler und 47 Prozent der potentiellen AfD-Wähler wünschen sich „weniger Provokation“.


Heftig umstritten in der AfD ist immer wieder die Frage, ob die Partei „Realpolitik“ oder „Fundamentalopposition“ betreiben solle. INSA untersuchte die Haltung zu einer möglichen Regierungsbeteiligung der AfD: „Ich fände es gut, wenn die AfD zur nächsten Bundestagswahl 2021 eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene anstrebt“. 22 Prozent der Befragten stimmten diese Aussage zu, 53 Prozent verneinten dies. Indes bejahen dieses Szenario 87 Prozent der AfD-Wähler, lediglich ein Prozent verneinen diese Aussage.


Den mit Abstand schlechtesten Rückhalt bei AfD-Wählern hat Björn Höcke, der immer wieder heftig umstrittene Frontmann des rechten „Flügels“ und thüringische Landes- und Fraktionschef seiner Partei. INSA stellte die Frage, wie glaubwürdig oder unglaubwürdig Spitzenpolitiker der AfD seien. Es wurde die Werte von fünf Personen ermittelt: Die beiden Parteisprecher Jörg Meuthen und Alexander Gauland, Gaulands Co-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, und die beiden Landespolitiker Georg Pazderski und Björn Höcke.

Unter den befragten AfD-Wählern, die eine Bewertung abgaben und die Politiker kennen, hielten gleichermaßen 85 Prozent Meuthen, Gauland und Weidel für glaubwürdig und entsprechend 15 Prozent für unglaubwürdig. 46 Prozent hielten Höcke für unglaubwürdig und nur 54 Prozent für glaubwürdig. Den Berliner Landes- und Fraktionsvorsitzenden Georg Pazderski, der bei den AfD-Anhängern den geringsten Bekanntheitsgrad hat, bringen 77 Prozent Vertrauen entgegen, nur 23 Prozent halten ihn für unglaubwürdig. (JF)

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Weitere Darstellungen der INSA-Umfrage finden Sie in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT 13/18

Alice Weidel, Alexander Gauland, Jörg Meuthen Foto: dpa

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