Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Antifa-Werbung im „Polizeiruf 110“ – AfD kündigt Beschwerde an

BERLIN. Die AfD hat angekündigt, beim Rundfunkrat Beschwerde gegen den NDR einzulegen. Hintergrund ist die am Sonntag ausgestrahlte Folge der Krimireihe „Polizeiruf 110“, in der unter anderem Anti-AfD-Aufkleber und Antifa-Plakate gezeigt wurden, teilte die Partei mit.

Romy Schult vom AfD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, die für die Partei im Rundfunkrat des NDR sitzt, kündigte an, sich noch am Montag der Sache anzunehmen. Es erreichten sie zahlreiche Hinweise auf die Folge des „Polizeiruf“.

In einer Szene war die Hauptdarstellerin Anneke Kim Sarnau in ihrer Rolle als Kommissarin im Büro zu sehen. Auf ihrem Computer und an der Pinnwand waren unter anderem „FCK NZS“- und „FCK AFD“-Aufkleber (Kurzform für „Fuck Nazis“ und „Fuck AfD“) zu sehen. Zudem wurden den Zuschauern die Regenbogenflagge präsentiert, das Symbol der Lesben- und Schwulen-Bewegung.

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Leif-Erik Holm, sagte: „Offenbar gehört es bei den öffentlich-rechtlichen Sendern jetzt zum guten Ton, ganz offen Antifa-Propaganda zu verbreiten und gegen die AfD zu pöbeln. Es kann nicht sein, daß ausgerechnet ein mit Zwangsgebühren finanzierter öffentlich-rechtlicher Sender andauernd gegen eine demokratische Partei hetzt, nur weil die Damen und Herren Gebühren-Millionäre des GEZ-Funks meinen, ihre unqualifizierte Privatmeinung sei das Maß aller Dinge.“

Krimi warb auch für Feine Sahne Fischfilet

Kritik äußerte Holm auch am Hauptdarsteller und Regisseur des Rostocker „Polizeiruf“, Charly Hübner. Dieser hatte in der Vergangenheit eine Doku über die linksextreme Musikgruppe Feine Sahne Fischfilet gedreht. Hübner habe aus seiner Sympathie für die Band, die in der jüngsten Folge mit einem Aufkleber beworben wurde, nie einen Hehl gemacht.

Das Zeigen von Antifa-Werbung in einer Serie über Polizisten setze dem Irrsinn die Krone auf. Die linksextremen Gewalttäter attackierten immer wieder Polizisten.

Der stellvertretende innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin Hess, forderte von der ARD Aufklärung darüber, wer für die „realitätsferne Propaganda“ zuständig sei. Der ehemalige Polizeihauptkommissar betonte, Polizisten würden sich „niemals mit Feinden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung solidarisieren.“

Auf Facebook gaben die „Polizeiruf 110“-Macher nach Kritik von Zuschauern an, die Büroeinrichtung der Serienkommissarin sehe seit Jahren so aus. So solle der „FCK AFD“-Aufkleber bereits seit neun Jahren zur Ausstattung gehören. Die AfD wurde jedoch erst 2013 gegründet. (ag)

Szene aus dem „Polizeiruf 110“: Anti-AfD-Aufkleber und Antifa-Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Foto: ARD Mediathek

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