„Leute aus anderen Parteien und Medien“

AfD-Chef Gauland fordert Kampf gegen das „System Merkel“

BERLIN. Ein Rückzug von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) allein wäre aus Sicht des AfD-Chefs Alexander Gauland nicht ausreichend für eine politische Wende. „Wenn Merkel weg wäre, gäbe es immer noch eine Menge Leute in der CDU, die ihre Politik fortsetzen wollen“, sagte Gauland der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Insofern muß mehr weg als nur die regierende Bundeskanzlerin.“

Die AfD sei „der Pfahl im Fleische eines politischen Systems, das sich überholt hat“, verdeutlichte Gauland, der auch AfD-Fraktionschef ist. Gemeint sei das „System Merkel“. Diejenigen, die ihre Politik mittrügen, seien auch „Leute aus anderen Parteien und leider auch aus den Medien“. Diese wolle er „aus der Verantwortung vertreiben“.

„Wir sind eine urdemokratische Partei“

Man könne dies „eine friedliche Revolution“ nennen, ein Umsturz der grundgesetzlich garantierten Ordnung sei das nicht. „Wir sind eine urdemokratische Partei, geradezu anarchisch-demokratisch.“ Vor einer Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz habe er keine Angst. „Ich erwarte, daß wir bei jeder Beobachtung nur mehr Stimmen bekommen.“

Hintergrund ist die Überwachung/Beobachtung zweier Landesverbände der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA). Für die Landesverfassungsschutzämter in Bremen und Niedersachsen ist die JA seit vergangener Woche Beobachtungsobjekt. Gauland hält diese Entscheidung für parteipolitisch motiviert. Die AfD werde juristisch dagegen vorgehen. (ls)

Alexander Gauland: „Erwarte bei jeder Beobachtung mehr Stimmen“ Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

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