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Syrer
Syrische Asylbewerber demonstrieren vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für eine schnellere Bearbeitung ihrer Anträge (Archivbild) Foto: picture alliance//Sueddeutsche Zeitung Photo

Flüchtlingskrise
 

Zahl der Asylklagen verdoppelt sich

BERLIN. Die Zahl der Asylklagen hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Den deutschen Verwaltungsgerichten lagen fast doppelt so viele Klagen wie im vergangenen Jahr vor. Die Gerichte befaßten sich bis Juli 2017 mit mehr als 283.000 Asylverfahren, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Linkspartei) hervor.

Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres gingen demnach 175.000 Asylbewerber gegen Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vor. Zwischen Januar und Mai fällten die Richter bei 39.000 Asylklagen ein Urteil.

Laut Statistik der Flüchtlingsbehörde entschied das Amt bis Ende August 2017 über 480.000 Asylanträge. Dabei wurden 190.000 davon abgelehnt. Etwa zwei Drittel der Ablehnungsbescheide landeten vor Gericht. Vier von fünf Syrer und drei von fünf Afghanen erhielten am Ende der Verfahren Recht.

Klage gegen subsidiären Schutz

Mehrheitlich klagen die Asylbewerber gegen den Zuspruch von subsidiärem Schutz. Unter diesem gelangen sie zwar an eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung, der Familiennachzug bleibt jedoch zumindest bis März 2018 ausgesetzt. Allein 69.000 solcher Verfahren waren dem Bericht zufolge Ende Mai anhängig.

Die Mehrzahl der etwa 11.000 in diesem Jahr dazu gefällten Gerichtsentscheidungen fiel zugunsten der Kläger aus, allerdings nicht in Berufungsverfahren vor den Oberverwaltungsgerichten.

Mehr als die Hälfte besteht Deutschtest nicht

Unterdessen ist die Zahl der Familiennachzüge bei Einwanderern in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf etwa 31.000 gegenüber 50.000 im gesamten vergangenen Jahr gestiegen. Dabei gingen 25.500 Visa an syrische, 4.400 an irakische und 700 an afghanische Staatsangehörige, berichtete die Rheinische Post.

Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nahmen 2016 fast 340.000 Personen an Integrationskursen teil. Über die Hälfte der Teilnehmer bestand den Deutschtest des Kurses nicht. Rund ein Drittel von ihnen schloß den gesamten Kurs erfolgreich ab. (ha)

Syrische Asylbewerber demonstrieren vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für eine schnellere Bearbeitung ihrer Anträge (Archivbild) Foto: picture alliance//Sueddeutsche Zeitung Photo
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