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Türkischer Soldat
Türkischer Soldat (Archivbild): Asylgesuche in mehreren EU-Ländern Foto: picture alliance / AA

Nach Putschversuch
 

Türkische Soldaten erhalten erstmals Asyl in Deutschland

BERLIN. Türkische Soldaten und ihre Familien haben erstmals Asyl in Deutschland erhalten. Das Bundesinnenministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR. Bei den nun als Flüchtlingen anerkannten Türken handele es sich um Nato-Soldaten, die vor ihrer Entlassung in Deutschland stationiert waren. Sie sollen im Besitz eines Diplomatenpasses sein.

Seit dem gescheiterten Putsch im Juli 2016 stellten dem Bericht zufolge bis Anfang Mai dieses Jahres 414 türkische Staatsbürger mit Diplomatenpässen und Dienstpaßinhaber Asylanträge in Deutschland. Darunter seien Soldaten, Richter und andere Beamte sowie Diplomaten. Die Zahl umfasse auch ihre Familienangehörigen.

Entscheidung nach Verfassungsreferendum

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge habe das türkische Verfassungsreferendum Mitte April abwarten wollen, ehe über die Asylgesuche entschieden wurde, berichtet der Rechercheverbund unter Berufung auf Behördenkreise. Offiziell dementiere das Bundesamt jedoch diesen Zusammenhang.

Ende Januar hatte der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik gefordert, Deutschland solle alle Asylanträge von türkischen Offizieren ablehnen. Zahlreiche Ex-Militärs baten in der Folge des bewaffneten Umsturzversuchs in der Türkei auch in anderen EU-Ländern um Asyl. Sie hätten bislang noch keine positiven Bescheide erhalten. (ls)

Türkischer Soldat (Archivbild): Asylgesuche in mehreren EU-Ländern Foto: picture alliance / AA
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