Linksradikale im Hambacher Forst wollen Rodung verhindern Foto: dpa
Nordrhein-Westfalen

Braunkohlegegner sorgen für Krawalle in Hambacher Forst

KERPEN. Zu Beginn der Rodungen am Braunkohletagebau im Hambacher Wald im nordrhein-westfälischen Kerpen ist es am Montag zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Linksradikalen gekommen. Nach Polizeiangaben haben die Braunkohlegegner Einsatzkräfte und RWE-Mitarbeiter mit Steinen attackiert und Polizeiautos beschädigt.

Eine Gruppe von bis zu 50 Personen habe versucht, bis an das Rodungsgebiet vorzudringen. Die Polizei habe daraufhin Pfefferspray eingesetzt. Außerdem hätten einige von ihnen mehrmals Straßen blockiert. Die Demonstranten kritisierten den Einsatz. Die Beamten hätten Pfefferspray gegen friedliche Demonstranten eingesetzt und sie einen Hang hinuntergeschubst, teilte die Initiative „Hambi bleibt“ mit.

Auch am Dienstag kam es laut den Demonstranten zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. „Ein Mensch wurde von einem Baum im Rodungsgebiet geräumt und noch vor Ort fotografiert und freigelassen“, teilten die Demonstranten mit. „Nachdem der Zustand der Fingerkuppen gesehen wurde, hat die Polizei nicht einmal versucht, Fingerabdrücke zu nehmen.“

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Rodungen am Dienstag nachmittag vorerst gestoppt. Die Abholzung dürfe ab Dienstag 18.00 Uhr vorläufig nicht fortgesetzt werden, teilte das Gericht mit.

Polizei ist mit mehreren Hundertschaften vor Ort

Der Energiekonzern RWE teilte mit, die Arbeiten hätten im nicht-besetzten Teil des Waldes begonnen. Die Rodung hätte für rund eine Stunde unterbrochen werden müssen. Die Demonstranten verfolgten die Arbeiten demnach „intensiv“. Laut eigenen Angaben besetzen die Braunkohlegegner den Forst seit fünf Jahren. Am Freitag hatte das Verwaltungsgericht Köln die Rodungen in erster Instanz erlaubt.

Die Aachener Polizei rechnet mit weiterem Widerstand und ist mit mehreren Hundertschaften auf einen größeren Einsatz vorbereitet. Neben der Abwehr von Angriffen will sie auch die betrieblichen Einrichtungen schützen.

Die Waldbesetzer-Szene bestehe aus rund 200 tendenziell gewaltbereiten Linken, berichtet die Rheinische Post. Ein Teil von ihnen lebe in Baumhäusern und Zelten in dem Teil des Waldes, der gerodet werden soll. (ls)

Linksradikale im Hambacher Forst wollen Rodung verhindern Foto: dpa

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