Mitteldeutsche Regiobahn

„Wie im Mittelalter“: Kritik an Frauenabteilen reißt nicht ab

DRESDEN. Die Kritik an den geplanten Frauenabteilen bei der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) reißt nicht ab. Das Vorhaben führe Deutschland mit „Volldampf zurück ins Mittelalter“, sagte AfD-Chefin Frauke Petry. „Wir leben in einer aufgeklärten Zeit. Die Trennung von Mann und Frau ist ein deutlicher Rückschritt.“

Der Staat sei in der Pflicht, die Sicherheit zu gewährleisten, mahnte Petry, die auch sächsische Landes- und Fraktionsvorsitzende ist. „Doch die Politik versagt mehr und mehr. Um die Lage zu verbessern, sind dringende Veränderungen bei Polizei und Justiz erforderlich.“

Linkspartei sieht „Zivilgesellschaft“ in der Pflicht

Auch die Linkspartei äußerte scharfe Kritik. „Ich finde das skandalös. Wir sind nicht mehr im Mittelalter oder am Anfang des 20. Jahrhunderts. Was kommt als nächstes – getrennte Bahnhofshallen? Einkaufszentren? Schwimmhallen?“, sagte der mobilitätspolitische Sprecher der Linkspartei im sächsischen Parlament, Marco Böhme. Gegen Übergriffe in Zugabteilen helfe „eine engagierte Zivilgesellschaft“.

Die Mitteldeutsche Regiobahn hatte vergangene Woche angekündigt, auf den Zügen zwischen Leipzig und Chemnitz künftig spezielle Frauenabteile zur Verfügung zu stellen. „Es handelt sich dabei um eine kostenfreie Dienstleistung für Alleinreisende und Mütter mit Kindern“, sagte ein Sprecher des Unternehmens der JUNGEN FREIHEIT. Zuvor hätten sich mehrere Frauen an die Regiobahn gewandt und nach Frauenabteilen gefragt. (ho)

Mitteldeutsche Regiobahn: Kritik reißt nicht ab Foto: dpa

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