Polizeibeamte durchsuchen am 08.11.2016 ein Wohnhaus in Hildesheim (Niedersachsen), direkt gegenüber der Moschee „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim e.V.“ (DIK) Foto: picture alliance / dpa
Razzien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

„Nummer 1 des IS in Deutschland“ festgenommen

KARLSRUHE. Die Bundesanwaltschaft hat am Dienstag morgen fünf mutmaßliche Anhänger des „Islamischen Staates“ (IS) in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen festnehmen lassen. Unter ihnen der 32 Jahre alte Iraker Ahmad Abdelazziz A., der sich Abu Walaa nennt. Der sogenannte „Prediger ohne Gesicht“ gilt laut Behörden als zentrale Figur der deutschen Islamisten, berichtet die Süddeutsche Zeitung. „Das ist der Schlimmste“, heißt es demnach in Sicherheitskreisen.

Den fünf Terrorverdächtigen wird vorgeworfen junge Moslems für den bewaffneten Kampf des IS rekrutiert und deren Ausreise logistisch und finanziell unterstützt zu haben.

„Die Nummer 1 des IS in Deutschland“

Bereits Ende Juli hatten die Sicherheitsbehörden die Moschee des Deutschsprachigen Islamkreises (DIK) in der Hildesheimer Nordstadt durchsucht, die als bedeutender Treffpunkt der salafistischen Szene gilt. Den Ermittlern war aufgefallen, daß es im zeitlichen Umfeld zu Islam-Seminaren von Abu Walaa in der Moschee zu Ausreisen Richtung Syrien gekommen war.

Laut NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hatten die Aussagen des IS-Rückkehrers Anil O. maßgeblichen Anteil an den Festnahmen. Der 22jährige war nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im IS-Gebiet in die Türkei geflohen. Bevor er Ende September nach Deutschland zurückkehrte, gab er NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung ein Interview, in dem er Ahmad Abdelaziz A., schwer belastete und als „die Nummer 1 des IS in Deutschland“ bezeichnete. (gb)

Polizeibeamte durchsuchen am 08.11.2016 ein Wohnhaus in Hildesheim (Niedersachsen), direkt gegenüber der Moschee „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim e.V.“ (DIK) Foto: picture alliance / dpa

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