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Polizisten am Tatort an der Alster in Hamburg Foto: picture alliance/dpa

Hamburg
 

IS beansprucht Alster-Mord für sich

HAMBURG. Die islamische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat sich zu dem Mord an einem 16 Jahre alten Jugendlichen in Hamburg bekannt. „Ein Soldat des Islamischen Staates hat am 16. dieses Monats zwei Individuen in Hamburg erstochen“, vermeldete die Nachrichtenagentur des IS, Amaq, am Sonnabend. Der Mord sei eine Reaktion auf den Aufruf des IS, „die Bürger von Koalitionsstaaten ins Visier zu nehmen“.

Der 16jährige war vor zwei Wochen hinterrücks und ohne Anlaß an der Alster von einem Unbekannten erstochen worden. Er hatte dort mit seiner Freundin auf einer Treppe gesessen. Das 15 Jahre alte Mädchen war von dem Täter in den Fluß gestoßen worden, konnte sich aber ans Ufer retten. Die Polizei fahndet seitdem nach einem 23 bis 25 Jahre alten Mann mit „südländischer Erscheinung“.

Echtheit des Bekenntnisses unklar

Ob der IS wirklich hinter der Tat steckt, ist ungewiß. In der Regel bekennt sich die Terrororganisation nicht erst nach zwei Wochen zu einer Tat. Auch ist es ungewöhnlich, daß der IS von zwei Niedergestochenen spricht, es aber nur ein Opfer gab. Auf  der anderen Seite würde es ins Muster des IS passen, wahllos Menschen anzugreifen. Durch die Gefahr, daß es jederzeit jeden überall treffen könne, solle sich niemand mehr sicher fühlen, so das Ziel der Miliz.

Der IS hatte erst vor kurzem in einer von ihm auf deutsch herausgegebenen Zeitschrift seine Anhänger dazu aufgerufen, auch in Europa Christen anzugreifen und zu töten. Im August hatte ein afghanischer Asylbewerber Touristen in Bayern in einem Regionalexpreß mit einer Axt angegriffen und mehrere von ihnen schwer verletzt. Er handelte dabei im Auftrag des IS. (krk)

Polizisten am Tatort an der Alster in Hamburg Foto: picture alliance/dpa
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