Hauptbahnhof in Köln
Hauptbahnhof in Köln: Alle bislang ermittelten Tatverdächtigen sind Ausländer Foto: dpa
Sex-Attacken in Köln

„Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt“

KÖLN. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat mit Entsetzen auf zahlreiche sexuelle Übergriffe in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof reagiert. Es handele sich um „eine völlig neue Dimension der Gewalt“, sagte Landeschef Arnold Plickert. „Die massiven Übergriffe“ seien „unerträglich“. Aus diesem Grund müßten die „Hintergründe der Tat rückhaltlos aufgeklärt und die Täter konsequent bestraft werden“, forderte Plickert.

„Wenn Frauen sexuell belästigt werden, ist das ein massiver Eingriff in ihre Grundrechte. Das ist nicht hinnehmbar. Deshalb darf bei der Aufklärung der Übergriffe nichts verschwiegen werden, auch wenn das zu Ergebnissen führen sollte, die politisch unangenehm sind.“ Zugleich warnte der Polizeigewerkschafter jedoch davor, alle Asylbewerber als potentielle Straftäter zu diffamieren.

Hunderte Tatverdächtige

„Wenn es Flüchtlinge gibt, die ein Problem damit haben, sich in unsere offene Gesellschaft zu integrieren und die Freiheitsrechte anderer Menschen zu respektieren, müssen wir mit aller Härte des Gesetzes gegen sie vorgehen. Aber wir dürfen auch nicht übersehen, daß der Großteil der Menschen zu uns gekommen ist, weil sie in ihren Herkunftsländern ihres Lebens nicht mehr sicher sind“, unterstrich Plickert.

Unterdessen korrigierte die Kölner Polizei die Zahl der mutmaßlichen Täter und Opfer nach oben. Mittlerweile gebe es 60 Anzeigen mit 80 Geschädigten. In mindestens einem Fall soll es zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg auf mehrere hundert Männer. Zeugen hatten diese als Nordafrikaner und Araber beschrieben. Viele von ihnen hatten bei stichprobenartigen Kontrollen keine Ausweise und sprachen kein Deutsch.

Krisentreffen am Dienstag

Ein Teil von ihnen soll bereits seit Jahren für Unruhe in der Domstadt sorgen. Sie werden für Drogenhandel, Diebstähle und Überfälle verantwortlich gemacht. Laut dem Kölner Express bemängeln viele Polizisten, daß die Täter nicht abgeschoben würden.

Köln Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) kündigte für Dienstag ein Krisentreffen an. „Wir können nicht tolerieren, daß hier ein rechtsfreier Raum entsteht“, sagte die Politikerin dem Kölner Stadt-Anzeiger. Dabei sollen Maßnahmen beschlossen werden, um Frauen künftig besser zu schützen und den Kölner Karneval besser abzusichern. (ho)

Hauptbahnhof in Köln: Alle bislang ermittelten Tatverdächtigen sind Ausländer Foto: dpa

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